Anthropic & Claude

Zwei Kunden tragen 85 Prozent von Nscales 103 Milliarden

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1.252 Prozent Umsatzwachstum in einem Halbjahr, dazu eine Milliarde Dollar Verlust. Und für den Anthropic-Vertrag hat Nscale die Finanzierung noch nicht zusammen.

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Nscale geht an die New Yorker Börse, Tickersymbol NSCL, und legt dafür die Zahlen offen. Bloomberg hat am Montag die eine herausgesucht, die für uns zählt: Von den 103 Milliarden Dollar Auftragsvolumen, die der britische Rechenzentrumsbetreiber vor dem Börsengang ausweist, entfallen 85 Prozent auf zwei Kunden. Microsoft und Anthropic.

Dazu kommt ein Nachsatz, der es in sich hat. Für den Anthropic-Vertrag steht die Finanzierung noch nicht.

Die Zahlen aus dem Prospekt

Die übrigen Zahlen erklären, warum dieser Nachsatz zählt. Im ersten Halbjahr 2026 hat Nscale 140,6 Millionen Dollar umgesetzt, nach 10,4 Millionen im Vorjahreszeitraum – ein Plus von 1.252 Prozent. Im selben Zeitraum steht ein Nettoverlust von 1,02 Milliarden Dollar. Ein einzelner, nicht genannter Kunde machte mehr als die Hälfte des Umsatzes aus.

Die Firma sitzt auf über acht Milliarden Dollar Schulden, ohne die Finanzierungsvereinbarung mit Dell. Sie hatte Ende August 25.000 aktive GPUs und 461.000, die aktiv oder vertraglich zugesagt sind, verteilt auf fünf laufende und zwölf vertraglich gesicherte Standorte. Nvidia garantiert bis zu 860 Millionen Dollar für einen Rechenzentrums-Mietvertrag in Texas.

Nscale ist 2024 aus dem Krypto-Miner Arkon Energy hervorgegangen. Gründer und Chef Josh Payne ist 32. Im Board sitzen Nick Clegg, Sheryl Sandberg und seit vergangener Woche Fidji Simo.

Warum das Anthropic angeht

Über den 45-Milliarden-Vertrag zwischen Anthropic und Nscale habe ich Ende August geschrieben, damals kurz vor dem Börsengang. Jetzt ist der Prospekt da, und er dreht die Perspektive um. Nicht Anthropic hängt an einem Lieferanten – der Lieferant hängt an Anthropic.

Für Anthropic heißt das trotzdem etwas. Das Unternehmen will im November an die Börse und rechnet mit 100 Milliarden Dollar Jahreslauf. Die Rechenleistung dafür ist vertraglich zugesagt, aber ein Teil davon liegt bei einem Anbieter, der das Geld für den Bau erst noch einsammeln muss.

Wer hier wessen Risiko trägt

Bei Neoclouds klingt Auftragsvolumen immer nach Sicherheit. Es ist aber nur ein Versprechen in zwei Richtungen: Der Kunde verspricht zu zahlen, der Anbieter verspricht zu liefern. Steht die Finanzierung nicht, ist die zweite Hälfte offen.

Anthropic hat sich in den vergangenen Monaten breit aufgestellt – Google, Amazon, Nscale, dazu die Anmietung in Queensland. Das war vermutlich keine reine Kapazitätsfrage.

Quellen

AnthropicRechenzentrenBusiness