Anthropic & Claude

TeraWulf: Google steht für Anthropics 19-Milliarden-Miete in Hawesville ein

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Googles Mutter Alphabet ist bei S&P mit AA+ bewertet. Genau diese Note ist das Produkt, das TeraWulf hier einkauft.

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TeraWulf hat am Dienstag bekanntgegeben, dass Google LLC Kreditunterstützung für die Fremdfinanzierung des Rechenzentrums übernimmt, in dem Anthropic Mieter wird. Es geht um den Justified Data Campus in Hawesville, Kentucky, und um rund 19 Milliarden Dollar an vertraglich zugesagten Mietverpflichtungen von Anthropic, PBC. Reuters hat die Meldung aufgegriffen, TeraWulf selbst hat sie veröffentlicht.

Im selben Schritt hat TeraWulf einen endgültigen EPC-Vertrag mit Fluor Enterprises geschlossen – Engineering, Beschaffung und Bau, auf GMP-Basis, für drei Gebäude auf dem Campus.

Was eine Kreditunterstützung eigentlich ist

TeraWulf baut und besitzt die Infrastruktur, Anthropic mietet sie über Jahre. Für die Banken, die den Bau finanzieren, hängt der Zinssatz daran, wie verlässlich diese Miete ankommt. Genau dort setzt Google an: Der Konzern gibt vertragliche Kreditunterstützung für die geplante Fremdfinanzierung. TeraWulf verweist in der Mitteilung ausdrücklich auf die Bonität der Mutter: Alphabets unbesicherte Anleihen sind bei S&P Global Ratings mit AA+ und bei Moody’s mit Aa2 bewertet.

„Kapitalkosten sind für die Entwicklung von Infrastruktur grundlegend“, sagt Patrick Fleury, Finanzchef von TeraWulf. Starke Kreditunterstützung im Investment-Grade-Bereich stärke das Finanzierungsprofil des Projekts und die Fähigkeit, langfristige Fremdmittel zu wettbewerbsfähigen Konditionen aufzunehmen.

Vorstandschef Paul Prager sagt, man habe die Anthropic-Mietverträge von Anfang an so gebaut, dass sie Gegenparteirisiko, Finanzierungskosten und Kapitalbedarf adressieren. Das klingt nach Rückschau, beschreibt aber ziemlich genau, was hier passiert ist.

Fluor, und ein Zeitplan mit Daten

Der Fluor-Vertrag hebt die Rolle des Auftragnehmers von früher Planung auf den vollen Umfang: Engineering, Beschaffung, Bau, Test und Inbetriebnahme. Dazu kommen definierte Liefermeilensteine, Open-Book-Kostenberichte, Beschaffungsaufsicht und vertragliche Leistungszusagen. Der garantierte Höchstpreis wird erst festgelegt, während Planung und Beschaffung laufen.

Interessant ist der Zeitplan: Die phasenweise Betriebsbereitschaft soll Ende 2027 beginnen und bis ins zweite Quartal 2028 laufen. TeraWulf nennt die Verfügbarkeit von Arbeitskräften als zunehmende Beschränkung beim Bau großer Rechenzentren und begründet damit, warum man sich Fluors Subunternehmernetz einkauft statt eine eigene Bauorganisation aufzubauen.

Anthropic zahlt die Miete, Google zahlt die Note

Über Anthropics Finanzierungsproblem am Bondmarkt habe ich vorige Woche geschrieben: Neoclouds wie CoreWeave, Nebius und NScale kommen dort schwer unter, weil ihre Mieter selbst keine Investment-Grade-Namen sind. Hier wird dieses Problem nicht gelöst, sondern umgangen. Anthropic bringt die Nachfrage, Google bringt das Rating, und die Bank leiht gegen Alphabet statt gegen Anthropic.

Das ist für Anthropic bequem und für Google nicht uneigennützig: Google ist Investor und Cloud-Partner und hat im Oktober die Claude-Modelle über Google Cloud verfügbar gemacht. Wer einem Lieferanten die Bonität leiht, bindet ihn.

Mir fällt dabei vor allem der Kontrast zum Wahltag auf. Am selben Dienstag haben in 38 US-Gemeinden Wähler Rechenzentren gestoppt. Die Finanzierung dieses einen Campus ist jetzt gesichert, der Bau läuft, und Hawesville war nie auf einem Stimmzettel. Die beiden Nachrichten stehen nicht im Widerspruch – sie zeigen, an welchen zwei Stellen ein solches Projekt scheitern kann. Diese Woche ist die eine gelöst.

Quellen

AnthropicRechenzentrenGoogleFinanzierung