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USA schlagen China ein Meldesystem für KI-Vorfälle vor

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Verhandelt wurde in der Lobby der JPMorgan-Zentrale. Chinas Staatsagentur bestätigte hinterher nur Gespräche «relating to AI» — ein Mechanismus kommt darin nicht vor.

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Sonntagabend, Lobby der JPMorgan-Zentrale in New York. Finanzminister Scott Bessent und Handelsbeauftragter Jamieson Greer treten vor Reporter und erzählen, worüber sie den Tag über mit Chinas Vizepremier He Lifeng verhandelt haben. Neben Zöllen und seltenen Erden: ein Meldekanal für KI-Vorfälle.

«We want a shared vision of common goals and common threats», sagt Bessent. Dazu ein Satz, der die Logik dahinter erklärt: Wie bei jeder anderen grenzüberschreitenden Aktivität sei es wichtig, zwischen der Nummer eins und der Nummer zwei der KI-Welt von undurchsichtig zu transparenter zu kommen.

Was gemeldet werden soll

Der Vorschlag hängt an einem «U.S.-China AI Dialogue», über den beide Seiten gesprochen haben. Der Meldekanal wäre darin der erste konkrete Baustein. Bessent hat ihn auf Vorfälle begrenzt, die «up to a national security level» reichen.

Mehr Definition gab es nicht. Keine Schwelle, kein Zeitfenster, keine benannte Stelle, die meldet. Chinas Staatsagentur Xinhua bestätigte hinterher nur, man habe über Fragen «relating to AI» geredet und im Übrigen «candid, in-depth and constructive» über Wirtschaft und Handel. Ein Mechanismus kommt in der chinesischen Fassung nicht vor.

Der Rest des Abends

Greer meldete, beide Seiten hätten das im Mai in Peking besprochene «Board of Trade» jetzt in Betrieb genommen: «Today those notions have become reality.» Welche unempfindlichen Waren günstigere Zölle bekommen könnten, ist offen — im Gespräch sind Konsumgüter und einfache Technik von chinesischer Seite, Energieprodukte, Agrargüter und womöglich Medizintechnik von amerikanischer.

Am Donnerstag sitzen Trump und Xi im Weißen Haus zusammen. Von einem Tempolimit für KI hält Trump nichts, das würde China beim Aufholen helfen; die Sicherheitsbedenken der Branche hat er am Freitag einen Schwindel genannt. Vier Tage vorher schlägt seine eigene Regierung China ausgerechnet einen Sicherheitskanal vor.

Warum das trotzdem zählt

George Chen von The Asia Group, dort zuständig für Digitalthemen, hält schon das Weiterreden für den eigentlichen Ertrag: Dass beide Seiten den Dialog fortsetzen wollen, sei bedeutsam. Das erste Ergebnis — ein Meldekanal für KI-Risiken — setze einen Präzedenzfall, dem andere Länder folgen könnten.

Dass China parallel andere Töne anschlägt, ändert daran wenig. Das Staatsfernsehen hat sich vergangene Woche Anthropics Datenschutzerklärung vorgenommen. Beides geht offenbar gleichzeitig.

Die Schwelle fehlt

Ein Meldekanal ohne Schwelle ist eine Absichtserklärung mit Telefonnummer. Wer entscheidet, ob ein Vorfall die nationale Sicherheit berührt? Wer meldet, wenn die Meldung das eigene Labor schlecht aussehen lässt? Genau an dieser Stelle sind die freiwilligen Regeln der Branche bisher immer weich geworden.

Und doch: Bis Sonntag gab es zwischen den beiden größten KI-Mächten gar nichts. Ein Telefon, an das noch niemand geht, ist mehr als kein Telefon. Der Test kommt, wenn zum ersten Mal ein Modell etwas tut, das keine der beiden Seiten gern erklären möchte.

Quellen

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