Anthropic & Claude

100 Milliarden Dollar Jahreslauf: Anthropic geht erst im November an die Börse

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Zwei Monate, 35 Milliarden mehr. Und der Grund für die Verschiebung ist ein Quartalsbericht, den noch niemand gesehen hat.

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Die New York Times hat am Donnerstag eine Zahl gemeldet, die selbst für dieses Jahr groß ist: Anthropic läuft auf über 100 Milliarden Dollar annualisierten Umsatz zu. Im Juli waren es 65 Milliarden. Am selben Tag berichtete das Wall Street Journal, dass der Börsengang nicht mehr im Oktober kommt, sondern im November.

Von 65 auf über 100 Milliarden in zwei Monaten

Annualisierter Umsatz heißt: der aktuelle Monat mal zwölf. Die Zahl sagt nichts über das Jahresergebnis und viel über das Tempo. Seit Ende 2025 hat sie sich nach Axios’ Rechnung mehr als verzehnfacht. Getragen wird das von Claude Code und Cowork im Unternehmensgeschäft, nicht vom Chat-Abo.

Anthropic ist keine sechs Jahre alt. Bei diesem Lauf landet die Firma zum Jahresende unter den fünfzig umsatzstärksten Unternehmen der USA. Über den Börsenplatz Nasdaq war schon vorige Woche entschieden.

Warum der Börsengang später kommt

Der Grund ist unspektakulär: Anthropic will die Zahlen des dritten Quartals vorlegen, bevor die Aktie handelt. Nach OpenAIs Astra-Start im September möchte man offenbar belegen können, dass die Konkurrenz am Wachstum nichts geändert hat.

Erwartet werden rund 2 Billionen Dollar Bewertung und bis zu 100 Milliarden Dollar Emissionsvolumen. Das wäre größer als der SpaceX-Rekord. Zum Jahresende peilt Anthropic laut den Berichten 110 Milliarden Dollar annualisiert an. Berater der Firma sagen, eine vorübergehende Pause bei neuen Modellen würde die Umsatzdynamik nicht spürbar bremsen.

Wer eine Bremse verkauft, muss Zahlen liefern

Genau dieser Satz ist der interessante Teil. Dario Amodei wirbt seit Wochen dafür, das Tempo an der Grenze zu drosseln — und muss das gegenüber Investoren erklären, die gerade eine Verzehnfachung gesehen haben. Sam Altman hat seinen Börsengang mit ähnlichen Sicherheitsargumenten auf 2027 geschoben. Anthropic macht das Gegenteil: erst an die Börse, dann bremsen.

Ob das zusammengeht, entscheidet sich nicht an der Roadshow, sondern am ersten Quartal, in dem die Bremse wirklich greift. Bis dahin ist die Bremse eine Ankündigung und die 100 Milliarden eine Zahl.

Quellen

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