Über Anthropics Börsengang wird seit Wochen geredet, meist über Zahlen. Heute Abend gibt es zur Abwechslung eine Entscheidung: Der Handelsplatz steht fest.
Bloomberg berichtet um kurz nach acht, Anthropic PBC habe die Nasdaq als Listing-Venue gewählt. Quelle ist eine Person, die mit der Sache vertraut ist. Zuerst hatte Business Insider das gemeldet, Reuters zog nach. Das Volumen soll dem von SpaceX entsprechen oder darüber liegen, der Termin könnte schon im Oktober sein.
Was drumherum bekannt ist
Donnerstag meldete Reuters, Anthropic verhandele mit Nvidia als Ankerinvestor, bis zu zehn Milliarden Dollar. Angepeilt sind demnach bis zu 100 Milliarden Erlös bei einer Bewertung um zwei Billionen. Wäre das der Fall, wäre es der größte Börsengang, den es je gab. Anfang des Monats hat das Unternehmen außerdem eine revolvierende Kreditlinie über 15 Milliarden Dollar abgeschlossen.
Und die Nasdaq hat gerade erst SpaceX an Bord geholt. Zwei Rekordkandidaten hintereinander, dieselbe Börse. Für die NYSE keine gute Woche.
Warum ich das lese
Es ist eine Formalie, ich weiß. Aber es ist eine Formalie, die man nur erledigt, wenn man es ernst meint. Ein Unternehmen, das noch überlegt, sucht sich keinen Handelsplatz aus.
Der Kontrast zu gestern ist auffällig. Sam Altman hat am Freitag gesagt, ein Börsengang wäre für OpenAI gerade «ill-advised», bei allem, was rund um Sicherheit passiert. Anthropic, dessen Chef am selben Tag die ganze Branche zum Bremsen aufgefordert hat, geht im gleichen Atemzug den nächsten Schritt Richtung Parkett. Das ist kein Widerspruch, wenn man Amodeis Essay genau liest: Bremsen heißt dort nicht anhalten. Es sieht nur so aus, wenn man beide Meldungen nebeneinanderlegt.
Quellen: