Anthropic & Claude

Anthropic erwartet das zweite profitable Quartal in Folge

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Die Financial Times berichtet am Sonntag, Anthropic habe Anteilseignern einen bereinigten operativen Gewinn für dieses Quartal angekündigt. Zwei Wörter in dieser Meldung lohnen einen zweiten Blick.

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Der Börsenplatz stand am Wochenende fest, gestern kamen die Zahlen dazu. Die «Financial Times» berichtet, Anthropic habe einer kleinen Gruppe von Anteilseignern gesagt, man werde für dieses Quartal einen bereinigten operativen Gewinn ausweisen. Es wäre das zweite profitable Quartal in Folge.

Dazu nennt die FT eine Bruttomarge von über 80 Prozent. Bloomberg hat die Meldung aufgegriffen und ordnet sie in das ein, was ohnehin läuft: Anthropic steuert auf einen Börsengang zu, der den Rekord von SpaceX erreichen oder überbieten soll – 86,3 Milliarden Dollar waren das Anfang des Jahres. Die Nasdaq ist als Handelsplatz gesetzt, eine revolvierende Kreditlinie über 15 Milliarden Dollar soll diesen Monat abgeschlossen werden. Auf Jahresbasis liegt der Umsatz bei über 65 Milliarden Dollar, mehr als das Siebenfache vom Jahresende.

Die beiden Wörter

«Bereinigt» heißt: bestimmte außerordentliche und einmalige Kosten sind rausgerechnet. Welche, steht nicht dabei. Das ist bei einem Unternehmen kurz vor dem Börsengang normal und trotzdem der Punkt, an dem man aufhören sollte zu nicken.

Interessanter ist die Marge. Die über 80 Prozent gelten laut FT, bevor die Umsatzbeteiligungen an Partner wie Amazon abgezogen sind – und bevor die Kosten für das Training der Modelle drin sind. Training ist bei einem Labor wie Anthropic kein Nebenposten, sondern der Grund, warum die Firma 15 Milliarden Kreditlinie braucht. Eine Bruttomarge, die genau diesen Block ausklammert, sagt etwas über das Auslieferungsgeschäft aus. Über das Gesamtgeschäft sagt sie wenig.

Warum ich das lese

Zwei profitable Quartale hintereinander sind trotzdem eine Hausnummer. Im Mai hieß es noch, Anthropic sei «auf dem Weg» zum ersten. Jetzt ist das erste durch und das zweite angekündigt, beides vor dem Börsengang. Wer S-1-Unterlagen vorbereitet, will genau diese Reihenfolge.

Was mir dabei auffällt, ist der Takt. Am Samstag hat Dario Amodei die Branche zum Bremsen aufgefordert, noch am selben Wochenende stellten sich Sam Altman und Elon Musk dahinter, dann kam der Handelsplatz, gestern die Gewinnmeldung. Altman hat in derselben Woche gesagt, ein Börsengang wäre für OpenAI gerade unklug, ausdrücklich wegen der Sicherheitslage. Anthropic sagt dasselbe über die Technik und geht trotzdem weiter Richtung Parkett.

Das ist kein Widerspruch, wenn man Amodeis Text ernst nimmt: Bremsen heißt dort, unabhängige Prüfer ins Haus zu lassen, nicht anzuhalten. Es bleibt nur ein ungewöhnliches Angebot an künftige Anleger. Kauft uns, wir sind profitabel, und wir halten unser eigenes Produkt für gefährlich genug, dass jemand von außen mitschauen sollte.

Quellen:

AnthropicBusinessBoersengang