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Vor dem Börsengang: Anthropic kämpft mit einer Vertrauenskrise

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Kurz vor dem geplanten Börsengang wird der KI-Gegenwind für Anthropic zum Thema. Laut CNBC misstrauen über 75 Prozent der jungen Befragten Dario Amodei – und der Unmut steht sogar im Prospekt.

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Anthropic will an die Börse – und zwar mit einem der größten IPOs überhaupt, bei einer Bewertung nahe einer Billion Dollar. Ausgerechnet in diesem Moment schlägt der Gegenwind gegen KI voll durch. CNBC berichtet, dass die wachsende Skepsis gegen KI und Rechenzentren im Börsenprospekt als Risikofaktor auftauchen wird. Ein Unternehmen, das gerade Milliarden einsammeln will, schreibt also schwarz auf weiß, dass die Stimmung gegen die eigene Branche zum Problem werden könnte.

Wie schlecht die Stimmung ist, zeigt eine Umfrage von CNBC Generation Lab unter 18- bis 34-Jährigen. Mehr als 75 Prozent gaben an, sie würden Anthropic-Chef Dario Amodei nicht zutrauen, verantwortungsvoll zu handeln. Bei OpenAI-Chef Sam Altman und Meta-Chef Mark Zuckerberg lagen die Werte bei rund 70 Prozent. Das sind keine Zahlen aus der Nische, sondern eine ganze Generation, die den Gesichtern hinter der KI-Welle offen misstraut.

Und es bleibt nicht bei den Jüngeren. Eine NBC-News-Umfrage aus dem März fand, dass 57 Prozent der registrierten Wähler die Risiken von KI größer finden als den Nutzen. Bei Quinnipiac erwarteten 55 Prozent, dass KI in ihrem Alltag mehr schadet als hilft. Dahinter stecken konkrete Sorgen: Jobs, die wegfallen könnten, und riesige Rechenzentren, die plötzlich in der Nachbarschaft hochgezogen werden.

Amodei selbst geht dem nicht aus dem Weg. In einem Post auf X räumte er ein, dass die Öffentlichkeit KI negativ sieht – und sagte, Anthropic und die anderen müssten ihre Versprechen halten und wirklich das Leben der Menschen verbessern. Vor zwei Wochen hatte er den Gegenwind schon als «im Kern eine Vertrauenskrise» bezeichnet.

Ich finde diese Einordnung ehrlicher als das übliche Hype-Gerede. Denn Vertrauen ist am Ende die härtere Währung als jede Benchmark. Ein Modell kann noch so gut sein – wenn die Leute dem Unternehmen dahinter nicht über den Weg trauen, nützt das wenig. Für Anthropic ist das ein doppeltes Spiel: nach außen den Wert steigern, nach innen glaubwürdig bleiben. Und die spannende Frage ist, ob ausgerechnet ein Börsengang, der über Wachstum und Rendite läuft, dabei hilft, dieses Vertrauen zurückzugewinnen. Ich habe da meine Zweifel.

Quellen: Tech backlash reaches fever pitch as AI angst collides with social media fears (CNBC) · Anthropic IPO filing will show AI backlash as a risk factor (CNBC) · Anthropic CEO says AI backlash is a crisis of trust (TechCrunch)