Die Release Notes für Claude Desktop tragen seit gestern Version 2.9939.2, mitgeliefert wird Claude Code 2.1.281. Nach 2.7032.0 vor zwei Tagen ist das der zweite Sprung dieser Woche, und diesmal ändern sich zwei Voreinstellungen, die man kennen sollte.
Gelöschte Sitzungen sind jetzt wirklich weg
Wer eine Sitzung in der App löscht, löscht ab sofort auch das Claude-Code-Transkript und die zugehörigen Dateien auf der eigenen Festplatte. claude --resume kann sie danach nicht mehr öffnen.
Das ist die saubere Variante, und sie kostet einen Rettungsanker. Bis gestern war eine gelöschte Sitzung im Client verschwunden, aber auf der Platte noch da. Wer eine Sitzung aufheben will, exportiert sie besser vorher.
Der Auto-Modus rückt im Code-Tab vor
autoModeEnabled bedeutet etwas anderes als bisher. Neue Sitzungen im Code-Tab starten jetzt im Auto-Modus, wenn das gewählte Modell ihn unterstützt — es sei denn, der Schlüssel steht ausdrücklich auf false. Ist er gar nicht gesetzt, bietet der Code-Tab den Auto-Modus trotzdem an; vorher tat er das nur bei true.
Für Cowork und Chat ändert sich nichts: Dort bietet nur true den Auto-Modus an, und Sitzungen fragen weiter vor jeder Aktion nach. Wer ihn ganz aus haben will, setzt den Schlüssel auf false oder disableAutoMode auf "disable" in der managed-settings.json von Claude Code.
Zwei weitere Umstellungen in derselben Ecke: Code- und Cowork-Sitzungen starten Claude Code jetzt mit abgeschaltetem Fast Mode, /fast meldet entsprechend, dass er nicht verfügbar ist. Und im Cowork-Eingabefeld sitzt neben dem Effort-Regler ein Schalter für Extended Thinking.
Der eingebaute Browser fragt öfter
Unter der Standardeinstellung builtinBrowserDefaultDomainPolicy: "allow" fragt Claude jetzt vor jeder einzelnen Aktion nach, wenn Anthropics Site-Safety-Liste eine Seite zur Bestätigung markiert. Diese Rückfrage überspringt nur, was in builtinBrowserAllowedDomains steht — und dieser Schlüssel greift unter "block". Gesperrte Seiten bleiben unter beiden Regimen gesperrt.
Dazu: Verwaltete MCP-Server folgen keinen HTTP-Weiterleitungen mehr. Ein Server, dessen URL umleitet, meldet jetzt einen Konfigurationsfehler. In die Konfiguration gehört also die Endadresse.
Was sonst repariert wurde
Auf dem Mac scheiterten SSH-Verbindungen ins eigene Netz mit „no route to host”, wenn ein Homebrew-SSH vor dem von Apple im PATH stand. Unter Windows verbrauchte die App einen ganzen CPU-Kern, nachdem Worktrees archivierter Sitzungen aufgeräumt wurden; Cowork-Sitzungen starteten bei vielen verbundenen Ordnern nicht, ebenso wenig auf MSIX-Installationen, und die Meldung „VM service not running” verlangte bis gestern einen Neustart des Rechners.
Aus der Reihe der kleinen Ärgernisse: Ein in einen neuen Chat getippter Text ging verloren, wenn vor dem Absenden eine erneute Anmeldung verlangt wurde. Plugins mit einer ZIP-Datei darin installierten sich nie. 1Password füllte den falschen Browser-Tab. Arabische und hebräische Nachrichten zeichneten Zitatbalken und Aufzählungspunkte auf der falschen Seite. Und geplante Aufgaben ohne Beschreibung zeigten keinen Prompt, ließen sich nicht bearbeiten und nicht starten.
Die Voreinstellung ist die eigentliche Meldung
In einer Liste aus vierzig Zeilen stehen zwei Sätze, die den Alltag verändern, und beide sind Voreinstellungen. Sitzungen löschen heißt jetzt Dateien löschen. Eine neue Code-Sitzung beginnt im Auto-Modus, wenn niemand widerspricht.
Das passt zu dem, was Claude Code diese Woche liefert: gestern die Rückfrage vor rm -rf, heute die Berechtigungsregeln, die nie griffen. Anthropic macht den Auto-Modus zum Normalfall und zieht parallel die Leitplanken enger. Beides gehört zusammen — man merkt es nur, wenn man beide Changelogs nebeneinanderlegt.