Die Release Notes zu Claude Desktop v2.19675.0 tragen das Datum 1. Oktober. Gebündelt ist Claude Code 2.1.286. Drei Zeilen davon ändern etwas am Arbeiten, der Rest sind Reparaturen – und eine Änderung an Routinen, die man bewusst zur Kenntnis nehmen sollte.
Kommentare an einer Codezeile
Im Files-Bereich kannst du jetzt an einzelnen Zeilen einer offenen Datei kommentieren: auf das Plus neben der Zeile klicken, oder Text markieren und «Add comment» wählen. Der Kommentar geht mit deiner nächsten Nachricht mit.
Das ist der Unterschied zwischen «ändere die Funktion weiter unten, die das Datum formatiert» und einem Pluszeichen an Zeile 214. Für jeden, der mit Claude im Code-Tab an fremden Dateien arbeitet, ist das die nützlichste Zeile des Releases.
Routinen fragen nicht mehr
Die Zeile steht unter «Cowork» und lautet: Routinen, die Claude für dich anlegt, nutzen künftig standardmäßig «Automatisch genehmigen», soweit die Organisation es erlaubt. Ihre Läufe benutzen Werkzeuge also ohne Rückfrage und halten nur an, wenn etwas unsicher aussieht.
Das ist die Änderung mit der größten Reichweite in diesem Changelog, und sie ist in beide Richtungen wahr. Eine Routine, die nachts läuft und auf eine Genehmigung wartet, die niemand gibt, ist eine Routine, die nicht läuft – genau deshalb stand in 2.1.286 die Zeile, dass ein nie gestarteter Routine-Lauf nicht mehr «Succeeded» meldet. Wer dagegen eine Routine anlegen lässt und davon ausgeht, dass sie vor dem ersten Schreibzugriff fragt, geht ab dieser Version von einer falschen Annahme aus.
Computer-Nutzung braucht jetzt macOS 14
Auf macOS 13 und älter ist die Computer-Nutzung entfallen. Begründung: Die Screenshots konnten dort nie aufgenommen werden. Der Abschnitt «Computer use» in den Einstellungen bleibt sichtbar und erklärt stattdessen, warum die Funktion nicht verfügbar ist.
Dazu zwei weitere Zeilen aus dem 3P-Abschnitt:
- Excel-, Word- und PowerPoint-Vorschauen im Code-Tab, auch wenn Claudes Arbeitsumgebung noch nicht läuft. Excel öffnet im Dokumentbetrachter; eine Word- oder PowerPoint-Datei zu öffnen startet die Arbeitsumgebung.
- Das Standard-Kontextfenster hinter einem Gateway oder einer eigenen Base-URL steht für Opus 4.7 und neuer, Sonnet 5 und neuer und Fable 5 und neuer jetzt auf eine Million Token. Vorher waren es 200.000, solange man die Option «1M context» nicht gesetzt hat.
Was reparierte Fehler über die Benutzung sagen
Die Fehlerliste ist nach General, Code, Cowork und 3P sortiert, und ein paar Einträge beschreiben Situationen, die man wiedererkennt:
- Eine Nachricht, die nicht rausging, sah manchmal gesendet aus, während Claude weiterarbeitete – oder verschwand, wenn man schon die nächste tippte. Jetzt bietet sie «Retry» an.
- Quick Entry auf macOS hat die Nachricht weggeworfen, wenn eine angehängte Datei vor dem Senden verschoben, gelöscht oder nicht lesbar war. Jetzt geht sie ohne diese Datei raus, mit Hinweis.
- Eine fertige Sitzung sah nach einem Modellwechsel oder einem eingebauten Slash-Befehl wieder wie arbeitend aus. Das konnte den Hinweis auf das Nutzungslimit verdecken und «Try again» eine zusätzliche Nachricht senden lassen.
- Im Hintergrund hat Claude in Apps wie Slack auf das falsche Element geklickt, ein offenes Menü verpasst oder die App in den Vordergrund geholt.
- Netzwerkanfragen scheiterten in Firmennetzen, in denen der Proxy über einen einwortigen Hostnamen gesetzt ist. Und wenn die PAC-Datei nicht geladen werden konnte, etwa direkt nach einem VPN-Wechsel, blieb die Sandbox bis zum Neustart der App ohne Proxy.
- Die Windows-App startete nicht, wenn der Google- oder Chrome-Ordner unter LocalAppData eine Junction ist.
- Claude Code startete auf manchen Macs direkt nach einem Desktop-Update nicht.
Die Standardeinstellung, die man nachlesen sollte
Wer Routinen laufen lässt, sollte sich die eine Zeile markieren. Mit v2.19675.0 bekommt eine von Claude angelegte Routine die Genehmigung im Voraus, und das steht in den Release Notes und nicht im Dialog, in dem die Routine entsteht. Die Organisationseinstellung ist die Bremse; wo es keine gibt, entscheidet der Standard.
Dagegen ist die Kommentar-Funktion an Codezeilen die Art Verbesserung, die niemand ankündigt und jeder sofort benutzt. Zwei Zeilen im selben Changelog, und die unspektakuläre ist die, bei der man nichts prüfen muss.
Quellen: