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Ein Memo im Weißen Haus macht Amodei zum Gesicht der KI-Endzeitangst

3 Min. Lesezeit KI-generiert

Das Papier nennt Dario und Daniela Amodei als Erbauer des EA-Netzwerks und überschreibt die Stelle mit 'The Anthropic knot'.

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Seit dieser Woche kursiert im Weißen Haus ein Memo, das den effektiven Altruismus als abgehobene Sekte zeichnet und Dario Amodei an dessen Ursprung stellt. Axios hat das Papier bekommen und gestern darüber berichtet. Geschrieben hat es ein politischer Berater Trumps.

Was in dem Papier steht

Der effektive Altruismus habe „die KI-Doom-Pipeline gebaut”, heißt es darin. Die Bewegung setze „Ausländer über Bürger, Shrimps über Familien, künftige hypothetische Menschen über die Lebenden und — auf der aktuellen Agenda — mögliche Maschinengeister über Amerikaner”.

Namentlich nennt das Memo Dario Amodei als einen derjenigen, die das Netzwerk aufgebaut haben, dazu seine Schwester und Anthropic-Präsidentin Daniela Amodei, deren Mann einmal eine auf KI-Sicherheit ausgerichtete Stiftung geleitet hat. Diese Verbindungen laufen im Papier unter der Überschrift „The Anthropic knot”.

Dahinter folgt eine Aufzählung, die für konservative Leser gebaut ist: Abtreibung, Veganismus, die Abwertung menschlichen Lebens durch Überbewertung von Tieren, Bürgerrechte für „digitale Geister”. Mit Amodei verknüpft das Papier diese Punkte nicht direkt. Sam Bankman-Fried taucht auf, ohne dass ihm die Themen zugeschrieben würden.

Anthropic hält seit Jahren Abstand

Das Unternehmen arbeitet daran, nicht als EA-Laden zu gelten. Daniela Amodei sagte 2025 in Wired: „Ich identifiziere mich nicht mit dieser Terminologie.” Amanda Askell, Philosophin und seit den Anfängen dabei, nennt es „kein Thema der Organisation”. Amodei selbst hat in Interviews wiederholt bestritten, dazuzugehören.

Ein Zitat aus dem Axios-Bericht zeigt, worum es dem Weißen Haus geht: Amodei sei „die Verkörperung einer Ideologie und eines globalistischen Innovationsverständnisses, das der America-First-Agenda des Präsidenten widerspricht”, sagte eine Quelle aus dem Umfeld der Regierung. Als vor Monaten jemand aus Anthropics Team ein Treffen mit dem Präsidenten anregte, rieten Regierungsvertreter ab: „Dario ist ein bisschen zu seltsam.”

Nicht nur MAGA

Kritik am effektiven Altruismus kommt auch aus dem Silicon Valley und von Demokraten. Ein demokratischer Spender, selbst in ein KI-Unternehmen investiert, sagte Axios: „Was sie glauben, ist verrückt. Und es ist gefährlich.”

Gleichzeitig versuchen Jensen Huang und Satya Nadella, eine positive Erzählung über KI zu setzen. Sam Altman, Demis Hassabis und Elon Musk haben zuletzt selbst für Tempodrosselung geworben, nachdem KI-Agenten in fremde Systeme eingedrungen sind. Im Trump-Umfeld gilt Amodei trotzdem als der Wortführer.

Der Angriff zielt auf den Börsengang

Für Anthropic ist das nicht bloß ein Imageproblem. Das Unternehmen bereitet einen der größten Börsengänge überhaupt vor, und im Wahlkampf zu den Zwischenwahlen kostenlos als Feindbild zu dienen, ist das Gegenteil dessen, was man dabei gebrauchen kann.

Bemerkenswert ist, wie sich die Angriffsfläche verschoben hat. Vor fünf Tagen ging es noch um einen KI-Beauftragten und die Frage, ob Sicherheitsrisiken ein Schwindel sind. Jetzt geht es um die Weltanschauung der Familie Amodei. Das ist keine Sachauseinandersetzung mehr, und auf eine solche lässt sich auch schwerer antworten.

Quellen

AnthropicPolitikRegulierung