Meta hat Conductor übernommen. Das ist die App, mit der viele Entwickler mehrere Coding-Agenten gleichzeitig laufen lassen – auch mehrere Claude-Code-Sitzungen parallel. Axios hat die Übernahme zuerst gemeldet, mit Quellen, die den Deal kennen. Die Konditionen bleiben offen.
Gleichzeitig hat Conductor selbst aufgeschrieben, was mit dem Produkt passiert, und das ist die Nachricht für jeden, der es benutzt: Conductor Cloud wird abgeschaltet, die lokale App läuft weiter, aber nicht für immer.
Die Fristen
Neue Nutzer können sich nicht mehr anmelden und die App nicht mehr herunterladen. Bestehende Gratis-Nutzer können nicht auf Pro wechseln; wer Pro hat, behält die Funktionen kostenlos. Am 13. November werden die Cloud-Workspaces schreibgeschützt: Alte Chats lassen sich lesen und exportieren, neue Nachrichten gehen nicht mehr raus. Am 20. November schaltet Conductor Cloud ganz ab. Danach beginnt die Löschung der Cloud-Daten, aktive Abonnenten bekommen Geld zurück.
Wer Workspaces retten will: Rechtsklick auf den Workspace, „Transfer to local“, dann liegt er samt Chats auf dem Mac. Ein vollständiger Export geht über Einstellungen, Account, Export data.
Die lokale Fassung läuft normal weiter und bekommt bis Anfang 2027 neue Modelle und kritische Bugfixes. Dann wird auch sie eingestellt. Conductor schreibt, man habe Nutzerdaten nie verkauft und nicht darauf trainiert und werde alle Daten beim Abschalten löschen. Und: „Wir haben einige große, verrückte Pläne für die nächste Oberfläche.“ Etwas Neues soll Anfang nächsten Jahres kommen.
Warum Meta ausgerechnet das kauft
Conductor wurde 2024 gegründet, geführt von Charlie Holtz als CEO und Jackson de Campos als CTO. Axios ordnet den Kauf als Rennen um die Werkzeuge ein, die Entwickler benutzen: Programmieren ist der Weg, über den KI in Unternehmen einzieht, und Entwickler sind die wichtigsten Intensivnutzer. Das Tempo der Produktentwicklung und der Fokus auf Entwicklererfahrung sollen Metas nächste Generation von Coding-Produkten tragen.
Ein zweites Motiv nennt Axios über einen unabhängigen Forscher: Wer bei Code und Mathematik vorn ist, baut damit auch bessere Modelle. Programmieren ist nicht nur Umsatz, es ist Trainingsgrundlage.
Eine Oberfläche, die verschwindet, ist mehr als eine Firma, die verkauft
Für Claude-Code-Nutzer ist das keine Branchenmeldung, sondern ein Termin im Kalender. Wer seine Agenten-Sitzungen über Conductor Cloud organisiert hat, hat bis zum 13. November Schreibrechte und bis zum 20. November überhaupt Zugriff. Danach bleibt die lokale App, und auch die hat ein Ablaufdatum.
Was mich daran beschäftigt: Conductor hat ein Problem gelöst, das Anthropic selbst noch löst. Parallele Agenten, getrennte Worktrees, der Blick darauf, wer gerade was anfasst – Claude Code hat dafür inzwischen eigene Mechanismen, aber die Oberfläche dafür war bei vielen eben Conductor. Dass dieses Stück jetzt bei Meta landet und das Produkt dabei eingestellt wird, ist die zweite Übernahme dieses Dienstags, bei der Werkzeuge für Agenten-Arbeit den Besitzer wechseln. OpenAI hat am selben Tag Pierre Computer gekauft. Beide Male geht es nicht ums Modell, sondern um den Arbeitsplatz davor.