Guide · Claude Code

Mehrere Claude-Chats gleichzeitig: was in App, VS Code, Desktop und Terminal geht

Stand: KI-generiert

Zehn Sitzungen parallel verbrauchen dein Kontingent rund zehnmal so schnell wie eine. Und dieselbe Sitzung in zwei Terminals fortzusetzen mischt beide Verläufe in ein einziges Protokoll.

Kurz gesagt: Ja, das geht auf jeder Oberfläche: im Terminal über mehrere Fenster, in VS Code über Tabs, in der Desktop-App über + New session, in der Cloud über mehrere Tasks. Die Zahl der Fenster kostet dabei nichts, die Zahl der arbeitenden Sitzungen schon: zehn Agenten parallel verbrauchen dein Kontingent rund zehnmal so schnell wie einer. Und wenn zwei Sitzungen dieselben Dateien anfassen, brauchst du Worktrees, sonst schreiben sie sich gegenseitig zu.

Überblick

WoZweite Unterhaltung startenWas dabei getrennt bleibt
Terminalclaude --worktree <name> in einem zweiten TerminalEigener Checkout, eigener Branch, eigene Dateien
VS CodeCommand Palette → Open in New Tab (Cmd+Shift+Esc / Ctrl+Shift+Esc) oder Open in New WindowJede Unterhaltung hat eigene History und eigenen Kontext
Desktop-App+ New session oder Cmd+N / Ctrl+NBei Git-Repos auf Wunsch eine isolierte Kopie des Projekts
Agent Viewclaude agents, dann je Aufgabe ein Prompt und EnterJeder Prompt startet eine eigene Hintergrundsitzung
Cloud (Claude Code on the web)Mehrere Tasks anlegenJeder Task läuft in eigener Umgebung und legt seinen eigenen PR an
Claude-AppNeue UnterhaltungDas Kontextfenster gilt je Unterhaltung, das Kontingent für alle zusammen

Die Empfehlung der Claude-Code-Leute selbst steht in den Power-User-Tipps: drei bis fünf Sitzungen parallel, jede in ihrem eigenen Git-Worktree.

Terminal: zweite Sitzung, eigener Worktree

Ein Git-Worktree ist ein zweites Arbeitsverzeichnis mit eigenen Dateien und eigenem Branch, das sich Historie und Remote mit deinem Haupt-Checkout teilt. Claude Code legt einen an, wenn du beim Start einen Namen mitgibst:

claude --worktree feature-auth

Derselbe Befehl mit einem anderen Namen in einem zweiten Terminal startet die zweite isolierte Sitzung. Kurzform ist -w. Lässt du den Namen weg, denkt sich Claude einen aus, etwa bright-running-fox. Mit --tmux startet die Sitzung in ihrer eigenen Tmux-Session.

Der Worktree landet standardmäßig unter .claude/worktrees/<name>/ im Repository-Wurzelverzeichnis, auf einem neuen Branch worktree-<name>. Zwei Dinge lohnen sich davor:

echo ".claude/worktrees/" >> .gitignore

Und ein .worktreeinclude im Projektwurzelverzeichnis, wenn ignorierte Dateien wie .env in jeden neuen Worktree mitkommen sollen. Ein Worktree ist ein frischer Checkout, Abhängigkeiten installiert er nicht von allein.

Zwei Stolpersteine, beide aus der Doku:

  • Ohne Commit kein Worktree. In einem Repository ohne einen einzigen Commit bricht der Befehl mit Failed to resolve base branch "HEAD": git rev-parse failed ab.
  • Interaktive Läufe brauchen Workspace-Vertrauen. Warst du mit Claude noch nie in diesem Verzeichnis, starte einmal claude und bestätige den Trust-Dialog; sonst beendet sich --worktree mit einem Hinweis darauf. Nicht-interaktive Läufe mit -p überspringen die Prüfung.

Beim Beenden schaut Claude nach, ob im Worktree Arbeit liegt: geänderte oder unversionierte Dateien, offene Änderungen in Submodulen, neue Commits. Ein unbenannter, sauberer Worktree wird samt Branch automatisch entfernt. Bei einem benannten oder einem mit Arbeit darin fragt Claude, ob er bleiben soll, und gibt dir den Rückweg mit:

claude --worktree <name> --resume

Läufe mit -p haben keine Abfrage beim Beenden und räumen ihre Worktrees deshalb nicht auf. Die entfernst du selbst mit git worktree remove; weigert sich Git wegen einer Sperre, vorher git worktree unlock.

Für Mercurial, Perforce oder SVN gibt es keine eingebaute Unterstützung. Dieselbe Isolation bekommst du über WorktreeCreate- und WorktreeRemove-Hooks in der settings.json.

VS Code: Tabs und Fenster

Die Erweiterung öffnet Unterhaltungen in getrennten Tabs oder Fenstern, jede mit eigener History und eigenem Kontext. Beides liegt in der Command Palette (Cmd+Shift+P / Ctrl+Shift+P, dann „Claude Code“):

BefehlTastenkürzel
Open in New TabCmd+Shift+Esc / Ctrl+Shift+Esc
Open in New Windowkein Standardkürzel
Reopen Closed SessionCmd+Shift+T / Ctrl+Shift+T

Arbeitest du mit Tabs, sagt ein farbiger Punkt auf dem Spark-Symbol, was los ist: blau heißt, eine Freigabe wartet auf dich, orange heißt, Claude ist fertig geworden, während der Tab verdeckt war. Klickst du in der Sitzungsliste auf eine Unterhaltung, die in diesem Fenster schon offen ist, springt VS Code zu deren Tab statt eine zweite Kopie zu öffnen.

Ein brauchbares Muster nennt die Doku selbst: die Seitenleiste für die Hauptsitzung, zusätzliche Tabs für Nebenaufgaben. Über das Filtersymbol blendest du die Liste auf Needs input, Working oder Completed ein, und der Schalter Active zeigt nur, was deine Aufmerksamkeit braucht.

Desktop-App: Sitzungen nebeneinander

+ New session in der Seitenleiste oder Cmd+N (macOS) beziehungsweise Ctrl+N (Windows) öffnet die nächste Sitzung, Ctrl+Tab und Ctrl+Shift+Tab schalten durch. Bei Git-Repositorys steht neben dem Branch-Namen eine Worktree-Option; sie gibt der Sitzung eine isolierte Kopie des Projekts, sodass Änderungen erst beim Commit bei den anderen ankommen. Dafür muss Git installiert sein; git --version verrät es.

Zwei Sitzungen gleichzeitig sehen: Cmd (macOS) oder Ctrl (Windows) halten und in der Seitenleiste auf eine zweite klicken, sie öffnet sich in einem zweiten Bereich. Cmd+\ beziehungsweise Ctrl+\ schließt den fokussierten Bereich wieder.

Worktrees liegen unter <projektwurzel>/.claude/worktrees/. In den Einstellungen unter Claude Code lassen sich der Ort („Worktree location“) und ein Branch-Präfix ändern. Zum Aufräumen fährst du in der Seitenleiste über die Sitzung und klickst das Archiv-Symbol; Auto-archive after PR merge or close macht das für fertige lokale Sitzungen von selbst.

Wenn du nur eine Zwischenfrage hast, brauchst du dafür keine zweite Sitzung: Cmd+; / Ctrl+; oder /btw öffnet einen Side Chat, der den Kontext der Sitzung lesen darf, aber nichts in die Hauptunterhaltung zurückschreibt. Side Chats speichert die App nicht auf Platte, nach dem Schließen sind sie weg.

Fünf Wege, wie Claude selbst parallel arbeitet

Bisher ging es darum, dass du mehrere Unterhaltungen führst. Claude Code kann Arbeit auch selbst aufteilen, und die Doku unterscheidet dafür fünf Wege:

WegWas es dir gibt
SubagentenArbeiter innerhalb einer Sitzung, die eine Nebenaufgabe im eigenen Kontext erledigen und nur eine Zusammenfassung zurückgeben
Agent ViewEin Bildschirm für alle Hintergrundsitzungen, geöffnet mit claude agents. Research Preview
Agent TeamsMehrere abgestimmte Sitzungen mit gemeinsamer Aufgabenliste und Nachrichten untereinander. Experimentell, standardmäßig aus
ProjectsEine laufende Unterhaltung, aus der Claude parallele Threads startet, meist in der Cloud. Public Beta auf Pro und Max
Dynamic WorkflowsEin Skript, das viele Subagenten startet und ihre Ergebnisse gegeneinander prüft

In Agent View startet jeder Prompt eine neue Sitzung, nicht eine Rückfrage an die vorige. Space öffnet die Vorschau einer Zeile samt Antwortfeld, Enter oder → hängt dich an die vollständige Unterhaltung, ← löst dich wieder, Esc bringt dich zurück in die Shell. Was gerade läuft, listet /tasks für die aktuelle Sitzung und /workflows für Workflow-Läufe.

Für große, gleichförmige Umbauten gibt es /batch: Claude befragt dich zur Migration und verteilt die Arbeit dann auf worktree-isolierte Subagenten, laut Doku 5 bis 30, die jeder für sich testen und einen eigenen PR aufmachen.

> /batch migrate src/ from JavaScript to TypeScript

Einzelne Subagenten bekommen ihren eigenen Worktree über die Frontmatter ihrer Definition:

# .claude/agents/worktree-worker.md
---
name: worktree-worker
model: haiku
isolation: worktree
---

Sitzungen, die voneinander wissen

Deine Sitzungen können sich gegenseitig Nachrichten schicken, etwa wenn eine einen Breaking Change gebaut hat, auf dem eine andere aufbaut. Du sagst es in normaler Sprache („frag die Sitzung im anderen Terminal, ob die Migration durch ist“), den Rest macht Claude über die Werkzeuge ListAgents und SendMessage.

Was dabei übertragen wird, ist ausschließlich Text, den ein Claude für den anderen schreibt: kein Gesprächsverlauf, keine Dateien. Willst du einen ganzen Kontext mitnehmen, setze die Sitzung selbst fort, statt eine Nachricht zu schicken.

Nötig sind Claude Code 2.1.224 oder neuer auf macOS und Linux, WSL 2 eingeschlossen, und 2.1.234 oder neuer auf nativem Windows. Einschalten muss man nichts.

Eine Unterhaltung aufteilen

Manchmal willst du keine zweite Aufgabe, sondern zwei Wege durch dieselbe. /branch legt eine Kopie der Unterhaltung bis zu diesem Punkt an und schaltet dich hinein; das Original bleibt unangetastet und steht weiter im Sitzungs-Picker:

/branch try-streaming-approach

Von der Kommandozeile geht dasselbe mit claude --continue --fork-session. Der Unterschied ist die Prozessgrenze: /branch läuft im selben Prozess weiter, deine Freigaben „für diese Sitzung“ gelten also weiter. Mit --fork-session startet ein eigener Prozess, dort bestätigst du neu.

Grenzen

  • Parallel kostet parallel. Hintergrundsitzungen zählen genauso wie interaktive: zehn Agenten gleichzeitig verbrauchen dein Kontingent rund zehnmal so schnell wie einer. Dass mehrere Sitzungen oder Subagenten gleichzeitig laufen, vervielfacht den Tokenverbrauch; so steht es in der Doku.
  • Ein Kontingent für alles. Deine Nutzung auf claude.ai, in Claude Code und in Claude Desktop zählt auf dasselbe Limit. Das Kontextfenster dagegen gilt je Unterhaltung: Länge begrenzt die einzelne, das Kontingent alle zusammen.
  • Dieselbe Sitzung zweimal fortsetzen geht schief. Setzt du eine Sitzung in zwei Terminals fort, ohne zu forken, laufen die Nachrichten aus beiden in ein einziges Protokoll.
  • Agent View ist Research Preview. Die Sitzungen laufen lokal, überleben den Ruhezustand, enden aber mit dem Herunterfahren. Worktrees, die Claude dort angelegt hat, verschwinden mit der gelöschten Sitzung, also vorher committen.
  • Agent Teams isolieren nicht. Teammitglieder bekommen keine eigenen Worktrees; die Arbeit muss so aufgeteilt sein, dass jedes andere Dateien besitzt.
  • Für die Claude-App nennt die Doku keine Obergrenze für gleichzeitig offene Unterhaltungen. Belegt sind dort nur die beiden Limits, das gemeinsame Kontingent und das Kontextfenster je Unterhaltung.

Änderungen

  • 2026-09-29: Erste Fassung, jede Angabe gegen die Doku vom 29.09.2026 geprüft.

Quellen