Wer bisher mehrere Sessions über einen Umbau laufen ließ, hat die Arbeit selbst zerlegt, Übergaben jongliert und am Ende alles wieder zusammengestöpselt. Anthropic hat Projects neu gebaut. Du beschreibst jetzt, was passieren soll, und Claude verteilt es.
Ein Projekt, ein Ziel, mehrere Stränge
Du legst ein Projekt an, wählst ein Ziel und das Repo oder den Kontext dazu. Claude schlägt daraufhin Arbeit vor, die es sofort übernehmen kann. Cloud-Umgebung, Connectoren, Plugins, Instruktionen und Modell stellst du pro Projekt ein.
Anthropics Beispiel: Setz als Ziel, die p75-Latenz im Checkout zu senken, und lass Claude jeden Endpunkt profilieren, Optimierungen testen und die Pull Requests parallel aufmachen. Oder häng API-, Web- und Mobile-Repo dran und sag, ein veralteter v1-Endpunkt soll weg. Claude macht pro Repo einen Thread auf, migriert die Aufrufer, lässt die Tests laufen und sagt dir hinterher, welcher PR zuerst gemergt werden muss.
Den Fortschritt siehst du im Projektchat, oder du gehst in einen einzelnen Thread und steuerst dort nach. Auch vom Handy aus, und es läuft weiter, wenn du den Rechner zuklappst.
Was unter der Haube passiert
Jeder Thread ist eine Claude-Code-Cloud-Session mit eigenem Branch und eigener Kopie des Repos. Der Koordinator hält die Arbeit sortiert, aber er verhindert keine Überschneidung: Arbeiten zwei Threads am selben Code, kommt das als Merge-Konflikt bei dir an, wie bei jedem anderen PR auch. Und jeder Thread darf seinen Teil weiter zerlegen — mit Subagenten, Loops und Workflows.
Dazu kommt ein gemeinsames Gedächtnis. Jeder Thread schreibt hinein und liest daraus: dass das Release auf Freitag gerutscht ist, warum der Export rausgeflogen ist, wen man fragt, bevor man den Billing-Service anfasst. Eine Bibliothek sammelt außerdem die Dateien, die du hochlädst, und alles, was Claude produziert.
Wer es bekommt
Ab heute in der Beta, und die ist eng geschnitten: ausgewählte Pro- und Max-Abos, die Cloud-Sessions in Claude Code nutzen und noch keine Projekte im Web oder auf dem Desktop haben. Im Lauf der Woche kommen weitere Claude-Code-Nutzer dieser Pläne dazu, danach der Rest von Claude sowie Team und Enterprise. Bestehende Projekte laufen unverändert weiter und werden mitgezogen, sobald der Rollout Chat und Cowork erreicht.
Das Limit ist die eigentliche Ansage
Ein Satz im Ankündigungstext steht unscheinbar unter «What’s next» und ist trotzdem der wichtigste: Weil mehrere Threads gleichzeitig laufen und jeder eine vollständige Claude-Code-Session ist, erreichen Projekte die Nutzungsgrenzen schneller. Du kannst den Verbrauch pro Projekt nachsehen und Modell sowie Effort für den Koordinator und die Worker-Threads getrennt wählen.
Das ist die Rechnung hinter der Bequemlichkeit. Fünf Threads parallel fühlen sich großartig an, bis das Kontingent alle ist. Wer bisher eine Session bewusst geführt hat, muss jetzt entscheiden, wie viel Parallelität eine Aufgabe wert ist — und genau dafür gibt es die getrennten Effort-Stufen.
Der zweite Satz, auf den ich warte: Threads laufen heute nur in der Cloud. Lokal, neben den eigenen Werkzeugen und hinter dem eigenen Netz, soll «sehr bald» kommen. Für alles, was nicht in eine Cloud-Session darf, entscheidet sich daran, ob Projects mehr wird als eine Demo.
Quellen: