Anthropic & Claude

Kartellklage gegen vier KI-Firmen: Das gemeinsame Bremsen sei eine Absprache

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Die Klage datiert die Absprache auf den 12. September – den Tag, an dem Amodeis Essay erschien und drei andere Chefs zustimmten.

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Am Freitag ist beim Bundesgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien eine Kartellklage gegen Anthropic, OpenAI, SpaceXAI und Google eingegangen. Der Vorwurf: Die vier hätten sich abgesprochen, die Entwicklung von KI zu verlangsamen – und das gehe zulasten ihrer zahlenden Kunden.

Wer klagt

Vier namentlich genannte Personen, die ChatGPT, Claude, Grok oder Gemini abonniert haben. Sie klagen stellvertretend für eine geplante landesweite Sammelklage aller zahlenden Abonnenten. Ihr Anwalt ist Nick Rowley.

Die Argumentation ist ungewöhnlich schlicht: Eine Vereinbarung zwischen den wichtigsten Wettbewerbern, dass ihr Fortschritt «langsamer sein soll, als Wettbewerb ihn sonst hervorbringen würde», wirke wettbewerbswidrig auf die Verbraucher. Wer für ein Abo zahlt, bekomme dann weniger, als er bekommen könnte.

Der 12. September als Beweisstück

Als Datum der Absprache nennt die Klage den 12. September. An diesem Tag erschien Dario Amodeis Essay, in dem er das Tempo drosseln und fremde Prüfer ins Haus lassen will. Öffentlich zugestimmt haben danach Sam Altman, Elon Musk und Demis Hassabis. Genau diese vier Firmen stehen jetzt im Rubrum.

Dazu zieht die Klage eine Erklärung von Mitarbeitern aus dem Juli 2026 heran, in der von «intensivem Wettbewerbsdruck, nicht einseitig langsamer zu werden» die Rede ist. Aus Sicht der Kläger belegt das, dass keine Firma allein bremsen wollte – und dass deshalb nur eine Absprache übrig blieb. Rowley formuliert es drastisch: KI gerate schnell außer menschlicher Kontrolle und könne alle töten, wenn Sicherheit und Regeln «privaten, eigennützigen Vereinbarungen zwischen den mächtigsten Technologiekonzernen der Welt» überlassen würden.

Keines der vier Unternehmen hat sich bislang geäußert.

Ausgerechnet das Kartellrecht

Das Kartellrecht war in dieser Debatte bisher die Bitte der Labore, nicht die Waffe gegen sie. Amodei hatte um eine Ausnahme gebeten, um überhaupt gemeinsam Standards setzen zu dürfen; OpenAI hat dieselbe Frage dem Kongress vorgelegt. Die Klage dreht das um und liefert damit die Antwort, vor der sie sich alle gefürchtet haben: Ohne Ausnahme ist gemeinsames Bremsen angreifbar.

Ob sie durchkommt, ist eine andere Frage. Ein abgestimmtes Verhalten muss man belegen, und vier CEOs, die demselben Essay zustimmen, sind noch kein Kartell. Aber die Klage zeigt, wie eng der Korridor ist: Wer allein langsamer wird, verliert Marktanteile. Wer es gemeinsam tut, bekommt Post vom Anwalt.

Quellen

RechtAnthropicOpenAI