Eric Schmidt, früher Chef von Google, hält rund 1 Prozent an Anthropic. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf Personen, die mit der Sache vertraut sind und nicht genannt werden wollten, weil sie nicht befugt sind, über Privates zu sprechen. Damit steht ihm einer der größten Einzelgewinne aus dem anstehenden Börsengang zu.
Zweistellige Millionen in der Series A
Schmidt ist in Anthropics Series A eingestiegen, mit einem zweistelligen Millionenbetrag. Ob er seither Teile seines Anteils verkauft hat, ist offen. Mehr sagen die Quellen nicht, und Anthropic äußert sich zu seinen Gesellschaftern ohnehin nicht.
Was 1 Prozent bei dieser Bewertung bedeutet
Im Mai wurde Anthropic mit 965 Milliarden Dollar bewertet. Für den Börsengang reden Investoren inzwischen über 1,5 Billionen Dollar statt der angestrebten 2 Billionen, nachdem das dritte Quartal hinter den Erwartungen blieb. Ein Prozent liegt damit in einer Spanne, in der ein Nachmittag an der Börse über Milliarden entscheidet.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall
Dass diese Zahl jetzt öffentlich wird, hat mit dem Kalender zu tun. Anthropic steuert nach Reuters-Informationen auf ein Debüt Mitte November zu, und in den Wochen davor sortieren Investoren, Banken und Journalisten, wem der Erlös zufließt. Bloomberg hat seinen Text am Montagabend veröffentlicht und am Dienstagmorgen noch einmal aktualisiert.
Schmidt ist bei dieser Sortierung ein besonderer Fall. Er tritt seit Jahren als Mahner in KI-Sicherheitsfragen auf, hält Vorträge über Risiken und finanziert Forschung dazu. Dass er gleichzeitig am frühesten Finanzierungsschritt eines der beiden führenden Labore beteiligt ist, ist kein Widerspruch – aber es ist eine Information, die man kennen sollte, wenn man ihn zu diesen Themen hört.
Vor allem zeigt der Fall, was ein Börsengang mit einem Unternehmen macht, das sich bisher aussuchen konnte, was es über seine Gesellschafter sagt. Zehn Jahre Beteiligungen, Wandlungen und Nebenabsprachen werden in wenigen Wochen zu einer Liste, die jeder lesen kann. Schmidts 1 Prozent steht noch nicht in dieser Liste, sondern in einem Bericht über zwei anonyme Quellen. Der nächste Name kommt dann aus den Unterlagen selbst.