Anthropic & Claude

Anthropic S-1 bei der SEC: Nasdaq-Kürzel ANT, Prospekt öffentlich

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Rund 250 Kunden geben jährlich mindestens zehn Millionen Dollar aus, und die Netto-Umsatzbindung lag Ende des dritten Quartals bei etwa 900 Prozent.

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Anthropic hat am 26. Oktober eine Registrierungserklärung auf Formular S-1 bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Die Class-A-Aktien sollen am Nasdaq Global Select Market unter dem Kürzel „ANT“ laufen. Wie viele Aktien ausgegeben werden und in welcher Preisspanne, steht laut Mitteilung noch nicht fest. Den vorläufigen Prospekt geben Goldman Sachs und Morgan Stanley aus.

Vertraulich eingereicht hatte das Unternehmen schon im Juni. Öffentlich ist das Dokument erst seit Montag, und damit ist Anthropic vor OpenAI an der Reihe.

Die Halbjahreszahlen waren bekannt, die Mietverträge sind neu

16,3 Milliarden Dollar Umsatz und 80,7 Milliarden Dollar Nettoverlust im ersten Halbjahr standen schon in einem Entwurf, über den ich am 21. Oktober geschrieben habe. Der größte Teil des Verlusts stammt aus der Neubewertung von Wandelanleihen.

Deutlich größer als damals sind die Rechenverpflichtungen. Im öffentlichen Prospekt stehen rund 3,1 Milliarden Dollar pro Monat an SpaceX für Nvidia-GPUs, sobald die geplante Kapazität geliefert ist, zusammen bis zu 120,5 Milliarden Dollar bis 2029. Dazu 44,9 Milliarden Dollar mit Microsoft bis 2033, mindestens 114,5 Milliarden mit Google bis 2033 und 110 Milliarden mit Amazon über zehn Jahre.

11.900 Kunden ab 100.000 Dollar im Jahr

Zum 30. September zählte Anthropic mehr als 11.900 Kunden, die jährlich mindestens 100.000 Dollar ausgeben, mehr als 1.900 ab einer Million und rund 250 ab zehn Millionen. Die Netto-Umsatzbindung lag Ende des dritten Quartals bei etwa 900 Prozent.

Interessanter als die Summen ist, wie sie zustande kommen. Mehr als die Hälfte der Kunden ab 100.000 Dollar nutzt inzwischen sowohl die Claude Platform als auch eine eigene App wie Claude Code oder Cowork; Ende des Vorjahres waren es rund 30 Prozent. Und unter den Claude-Enterprise-Kunden gaben die obersten fünf Prozent, die Claude Code einsetzen, im dritten Quartal etwa zwanzigmal so viel pro Monat aus wie ein durchschnittlicher Enterprise-Nutzer ohne das Werkzeug.

Bei den Hyperscalern hält Anthropic laut Prospekt den direkten Vertrag mit dem Kunden und zahlt AWS, Google Cloud und Microsoft Azure eine Gebühr. So vermeide man Kanalkonflikte und behalte die Preissetzung. Dazu kommt ein gemeinsames Vehikel mit Blackstone und weiteren Beteiligungsgesellschaften, „Ode with Anthropic“, das Ingenieure direkt in Unternehmen setzt.

Der Prospekt verkauft die Bindung, nicht das Modell

Die Gründer schreiben, sie hielten KI für „eine der folgenreichsten Technologien der Menschheitsgeschichte“. Das ist der Teil, den man erwartet. Der andere Teil ist nüchterner: Ein S-1 muss erklären, warum Umsatz wiederkommt, und Anthropic erklärt es nicht über Modellqualität, sondern über Verflechtung. Wer mit der API anfängt, bekommt Claude Code für die Entwickler und Cowork für den Rest der Firma. Genau dieser Pfad ist die Wette, die Investoren jetzt bewerten sollen – und die 120,5 Milliarden Dollar für SpaceX-Kapazität sind die Rechnung, die daneben steht.

Quellen

AnthropicIPOSECBusiness