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Mithril Medicine gehört jetzt Anthropic: erster Fortschrittsbericht aus sechs Arzneimittel-Partnerschaften

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Für Divergence Labs hat Claude weitgehend selbstständig rund 35.000 Antikörper-Entwürfe in etwa einem Monat erzeugt. Aus den ersten Tests kamen 23 Treffer.

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Anthropics Life-Sciences-Team hat am 27. Oktober zum ersten Mal Zahlen vorgelegt. Seit Monaten arbeitet es mit sechs Organisationen an neuen Medikamenten: BigHat Biosciences, Bristol Myers Squibb, Divergence Labs, Enveda, Generate Biomedicines und The Column Group. Dazu kommt etwas, das vorher nicht öffentlich war: Anthropic hat eine Arzneimittelfirma gekauft.

Was bei den sechs Partnern herauskam

Generate Biomedicines will eine CAR-T-Zelltherapie so umbauen, dass sie auch feste Tumoren trifft. Sechs Wissenschaftler haben mit Claude Code neue Entwürfe für einen Abschnitt der genetischen Anweisungen erzeugt. Der beste war rund 70 Prozent kürzer als die Standardfassung und im Labor wirksamer: etwa zehnmal so viele Rezeptoren, schnelleres Abtöten von Tumorzellen, länger aktive Immunzellen.

Divergence Labs arbeitet an Nahrungsmittelallergien und braucht dafür Antikörper mit zwei Armen. Claude hat die Vorgaben in einen Entwurfsplan übersetzt und dann weitgehend selbstständig rund 35.000 Antikörper-Entwürfe in etwa einem Monat erzeugt. Aus den ersten Tests kamen drei Treffer für den einen Arm und 20 für den anderen.

Bei BigHat Biosciences hat Claude Änderungen an zwei Wirkstoffkandidaten vorgeschlagen, 1.010 Varianten wurden in zehn Wochen gebaut und getestet. Mittendrin hielten Claude und ein Anthropic-Forscher die üblichen Kennzahlen für Hitzestabilität und Verklumpung für irreführend, schlugen andere vor und bekamen recht. Die besten Fassungen banden mehr als zehnmal fester, eine blieb bei 18 Grad höherer Temperatur in Lösung, eine verklumpte über hundertmal langsamer.

Enveda ist der Fall mit dem Papierkram. Dort steckten die Fertigungschemiker bis zu 75 Prozent ihrer Zeit in Unterlagen. Auf 1.061 Seiten fand Claude alle elf Mängel, die menschliche Prüfer gesehen hatten, und sieben weitere. Die Prüfzeit sank um 89 Prozent, von über 25 auf unter drei Stunden. Zwei Zulassungsdokumente hat Claude im Erstentwurf geschrieben, eines davon in vier Stunden statt in etwa drei Monaten.

The Column Group gründet mit Pleiades eine Firma, die von Anfang an mit Claude arbeitet. Deren erster Claude-Skill beurteilt, ob ein Wirkstoffziel die Mühe wert ist, geprüft an 45 Ziel-Krankheit-Paaren. Bristol Myers Squibb nutzt Claude seit kurzem, um Studienpläne zu bewerten und Erfolgsaussichten zu schätzen.

Mithril Medicine: eine Ein-Personen-Firma, jetzt bei Anthropic

Mithril Medicine entwickelte Behandlungen für zwei seltene Formen der Muskeldystrophie und bestand aus einem Menschen. Gründer Cody Tranbarger hat Verträge, Logistik und Experimente mit elf externen Labors über Claude organisiert und große Teile des Betriebs an Claude abgegeben. Von der Idee bis zu brauchbaren Ergebnissen in Mäusen brauchte er weniger als 18 Monate. Er forscht jetzt bei Anthropic weiter, und wenn die Kandidaten halten, könnte 2028 eine klinische Studie am Menschen beginnen.

Der größte Hebel liegt im Papierkram

Die Molekül-Zahlen lesen sich gut, aber sie sind präklinisch und stehen am Anfang. Belastbar gemessen ist bisher etwas anderes: 89 Prozent weniger Prüfzeit, drei Monate Schreibarbeit auf vier Stunden. Arzneimittelentwicklung ist zu einem erheblichen Teil Dokumentation, und genau dort zahlt sich Claude heute aus. Dass Anthropic dieselben Modelle über Claude Science breit verfügbar macht, passt dazu: Der Engpass sitzt nicht nur im Labor.

Quellen

AnthropicClaude ScienceForschungMedizin