Anthropic & Claude

Anthropic will seinen sieben Gründern 50,1 Prozent der Stimmrechte geben

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Die Sonderrechte sollen gelten, solange drei der sieben Gründer eine Mindestzahl Aktien halten. Bei der Wahl des Boards greifen sie nicht.

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Anthropic bittet seine Anteilseigner um Zustimmung zu einer neuen Gesellschaftsstruktur. Dario Amodei und seine sechs Mitgründer bekämen darin zusammen 50,1 Prozent der Stimmrechte. Das hat The Information am Donnerstag berichtet, unter Berufung auf Personen, die mit der Planung vertraut sind; Reuters hat die Meldung aufgegriffen.

Wie die Struktur funktionieren soll

Die sieben bekämen eine eigene Aktiengattung, die ihnen bei den meisten Unternehmensentscheidungen gemeinsam die Mehrheit sichert. Vorbild ist laut Bericht Palantir, wo die Gründer ihre Kontrolle nach dem Börsengang über eine dritte Aktienklasse behalten haben.

Zwei Einschränkungen stehen im Bericht. Erstens hängen die Sonderrechte daran, dass mindestens drei der sieben Gründer eine Mindestzahl an Aktien halten. Zweitens gelten sie nicht für die Wahl der Board-Mitglieder. Das Board hat sieben Sitze, einer davon ist derzeit unbesetzt.

Dazu plant Anthropic offenbar eine weitere Sondergattung für Mitarbeiter, deren Stimmen bei bestimmten Fragen den Ausschlag geben sollen.

Anthropic hat auf die Anfrage von Reuters zunächst nicht reagiert.

Der Zeitpunkt

Das Unternehmen bereitet einen Börsengang vor, der zu den größten überhaupt gehören könnte. Anfang September hatte Reuters berichtet, dass er auf die Zeit nach den US-Zwischenwahlen im November rutschen könnte. Im Mai hat Anthropic 65 Milliarden Dollar eingesammelt, bei einer Post-Money-Bewertung von 965 Milliarden.

Wie schnell sich die Lage um diesen Börsengang dreht, zeigt der Rest der Woche: Über ein mögliches neues Modell kurz vor dem IPO wurde vor fünf Tagen berichtet, gestern kam eine Zusage über 11,6 Milliarden Dollar an Akamai dazu.

Was die Gründer damit absichern

Anthropic verkauft seit Jahren ein Versprechen: Dieses Labor bremst, wenn es bremsen muss, auch gegen den Markt. Nach einem Börsengang steht dieses Versprechen normalerweise zur Disposition, weil Anteilseigner ein Mitspracherecht bekommen, die es nie abgegeben haben. Eine Gründermehrheit bei den Stimmrechten nimmt genau diese Frage vom Tisch.

Der Preis dafür ist die Kehrseite derselben Medaille. Wer Anthropic-Aktien kauft, kauft ein Unternehmen, in dem sieben Leute die meisten Entscheidungen allein treffen dürfen, solange drei von ihnen dabeibleiben. Die Ausnahme bei der Board-Wahl ist dabei mehr als ein Detail: Sie ist die einzige Stelle, an der Außenstehende dann noch Gewicht haben.

Ob Investoren das akzeptieren, wird man bei der Zeichnung sehen. Palantir haben sie es durchgehen lassen.

Quellen

AnthropicBusinessIPO