Akamai hat gestern Abend eine Vertragszusage über 11,6 Milliarden Dollar von Anthropic gemeldet. Sieben Jahre Laufzeit. Und gekauft wird CPU-Leistung, nicht GPU-Zeit. Die Aktie sprang nachbörslich um mehr als 20 Prozent.
Was in der Zusage steht
Anthropic verpflichtet sich über sieben Jahre zu 11,6 Milliarden Dollar für Akamai Cloud. Akamai begründet das mit Anthropics wachsendem CPU-Bedarf und verweist auf sein verteiltes Netz aus tausenden Points of Presence. Anthropic kann um bis zu neun Milliarden aufstocken, dann wären es rund 20 Milliarden.
Zum Vergleich: Alle anderen mehrjährigen Cloud-Infrastructure-Services-Verträge, die Akamai dieses Jahr gemeldet hat, summieren sich auf 2,8 Milliarden. Der Umsatz dieser Sparte lag im zweiten Quartal bei 99 Millionen Dollar, 39 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Bezahlt wird teilweise mit Akamai-Aktien
Der interessantere Teil steht weiter unten in der Mitteilung. Akamai hat Anthropic einen Optionsschein ausgestellt: nicht stimmberechtigte, wandelbare Series-B-Vorzugsaktien, die 7,7 Millionen Stammaktien entsprechen, Ausübungspreis 111,33 Dollar. Das sind bis zu rund fünf Prozent des ausstehenden Grundkapitals.
Rund zwei Prozent davon vesten mit der jetzigen Zusage. Die übrigen drei Prozent hängen daran, dass Anthropic weiter einkauft: Je zusätzliche drei Milliarden Dollar Cloud-Umsatz vestet etwa ein weiteres Prozent, innerhalb der siebenjährigen Laufzeit des Scheins.
Was Akamai das kostet
Die Investitionen für die 11,6-Milliarden-Zusage beziffert Akamai auf rund 5,5 Milliarden Dollar. Für 2026 erhöht das Unternehmen seine Investitionen um etwa 1,7 Milliarden, um Komponenten vorab zu sichern — Speicher ausdrücklich eingeschlossen. Die Umsatzprognose für 2026 bleibt unverändert.
Die beiden arbeiten schon länger zusammen. Im Mai meldete Akamai eine 1,8-Milliarden-Zusage eines ungenannten Frontier-Labors, und die Aktie stieg damals um mehr als 26 Prozent. Dass Anthropic der Kunde war, kam einen Tag später heraus.
Der Kunde bezahlt mit dem Kapital des Anbieters
Anthropic bekommt Rechenleistung und einen Anteil am Anbieter, der sie liefert. Akamai bekommt einen Vertrag, der seine Cloud-Sparte auf einen Schlag um ein Vielfaches vergrößert, und gibt dafür bis zu fünf Prozent des Unternehmens her. Wer hier wen finanziert, ist keine rhetorische Frage: Akamai investiert 5,5 Milliarden in Anlagen, die Anthropic in den kommenden sieben Jahren auslasten soll.
Und dann ist da die Sache mit den CPUs. Der ganze Markt redet über GPU-Knappheit, aber ein Agent, der stundenlang Werkzeuge aufruft, Dateien liest und Ergebnisse einsammelt, verbrennt dabei ganz normale Rechenzeit. Genau die kauft Anthropic hier ein — in einem Netz, das nah an den Nutzern steht. Das sagt mehr über die nächsten zwei Jahre Produktplanung als jede Modellankündigung.