Meta hat am Donnerstag die Gewichte von Muse Spark Open veröffentlicht und nennt es das leistungsfähigste offene US-Modell bisher. Es ist nativ multimodal, hat 816 Milliarden Parameter, davon 42 Milliarden aktiv, und ein Kontextfenster von einer Million Token. Gebaut ist es für Programmieren und Agentenarbeit: lange Aufgabenketten, komplexes Software-Engineering, mehrstufiges Schlussfolgern.
Der Teil mit Apple
Muse Spark Open ist nach Metas Angaben das erste Modell dieser Größenordnung, das auf dem Schreibtisch läuft – auf zwei Mac Studio mit M5 Ultra und dem aktuellen MLX-Framework. Die Rechnung dahinter: Apples Unified Memory lässt die integrierte GPU je Mac Studio bis zu 512 GB nutzen, zwei Maschinen halten also das ganze Modell, und 1,2 TB/s Speicherbandbreite reichen aus, um je Token den kleinen benötigten Ausschnitt zu lesen.
CNBC berichtet, dass Kunden zwei bis vier Mac Studio koppeln können und dass die Zusammenarbeit Monate gedauert hat. Bemerkenswert ist daran weniger die Technik als das Paar: Apple und Meta haben sich jahrelang gemieden, besonders seit Apples Tracking-Änderungen von 2021, die Meta Anfang 2022 auf zehn Milliarden Dollar Umsatzverlust für das Jahr bezifferte. Beide Seiten wollten CNBC nicht sagen, ob daraus mehr wird.
Zuckerberg postete auf X ein Bild des Agenten auf einem Mac und schrieb, das Modell laufe dank der Arbeit mit Apple „great“ auf den neuen Mac Studios. Ternus antwortete mit Glückwünschen an das Team.
Wo es liegt und was es kostet
Die Gewichte stehen bei Hugging Face, Amazon SageMaker AI, Google Cloud Model Garden und Microsoft Foundry Models. Als API gibt es das Modell bei Baseten, Fireworks AI, Groq, Modal, Nebius, OpenRouter und Together AI. Es läuft auf SGLang, vLLM, TensorRT-LLM, Hugging Face Transformers, Apple MLX, llama.cpp und Unsloth, mit Optimierungen für AMD, Apple, Intel und Nvidia.
Die Lizenz heißt Muse Model License und erlaubt eine eingeschränkte kommerzielle Nutzung, die nach Metas Darstellung für viele Entwickler kostenlos bleibt. Für die offenen Gewichte gab es zusätzliches Safety-Posttraining; bewertet wurde nach Metas Superintelligence Scaling Framework, der vollständige Evaluationsbericht steht noch aus.
Offene Gewichte sind kein Nebenschauplatz mehr
Metas Demos zielen genau dorthin, wo Claude Code und seine Konkurrenten arbeiten: echte iOS-Änderungen an einem Open-Source-Mastodon-Client, Fehlerbehebung, neue Features, vollständiger Build, dazu DaVinci Resolve Bild für Bild gesteuert. Alles lokal.
Für Leute, die heute Agenten in der Cloud laufen lassen, verschiebt das die Rechnung. Nicht beim Können – dazu fehlen unabhängige Vergleiche –, sondern bei der Frage, wo der Code liegt, während daran gearbeitet wird. Zwei Mac Studio sind teuer, aber sie sind eine einmalige Ausgabe und kein Token-Zähler.