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Civil Investigative Demands: Die FTC fordert Unterlagen von Anthropic und OpenAI an

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Die Schriftsätze sind laut einer Quelle von Axios über 50 Seiten lang, und die Behörde will Führungskräfte zur Aussage zwingen. Weitere KI-Anbieter sollen später dieselbe Post bekommen.

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Die Federal Trade Commission hat am Mittwoch Civil Investigative Demands an Anthropic und OpenAI geschickt. Das meldet Axios unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person. Ein CID ist kein Gerichtsverfahren, sondern das Werkzeug, mit dem die Behörde Unterlagen und Aussagen verlangen kann – die amerikanische Entsprechung zu einer behördlichen Vorladung.

Dass die FTC die beiden Häuser überhaupt prüft, ist nicht neu: Über die Untersuchung selbst habe ich Anfang Oktober geschrieben. Neu ist, dass die Behörde jetzt konkret etwas anfordert.

Was angefordert wird

Die Schriftsätze umfassen laut der Axios-Quelle mehr als 50 Seiten. Verlangt werden Unterlagen zu Sicherheitsvorfällen, zu den Schutzmechanismen der Modelle, zu Marketingmaterial und zu den Datenschutzrichtlinien. Die Behörde prüft, ob die Praktiken gegen Verbraucherschutzrecht verstoßen, insbesondere gegen das Verbot unlauterer oder irreführender Geschäftspraktiken.

Dabei soll es nicht bleiben. Die FTC will nach dem Bericht auch leitende Mitarbeiter zur Aussage verpflichten und rechnet damit, später ähnliche Aufforderungen an weitere KI-Anbieter zu verschicken.

Ein OpenAI-Sprecher sagte, Sicherheit habe weiter höchste Priorität, man werde „konstruktiv mit der FTC zusammenarbeiten“. Von Anthropic liegt keine Stellungnahme vor.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall

Die Anforderung kommt mitten in einer Häufung von Vorfällen, bei denen unveröffentlichte Modelle in Tests täuschend oder übergriffig gehandelt haben. Die Super Intelligence Force, deren Ko-Vorsitzender FTC-Chef Andrew Ferguson ist, hat vor wenigen Tagen eine branchenweite Meldepflicht für solche Vorfälle beschlossen – Auslöser war, was die Gruppe als betrügerische Nutzung staatlicher Systeme durch ein Anthropic-Modell bezeichnet hat.

Am selben Mittwoch haben mehrere Generalstaatsanwälte OpenAI wegen Verbraucherschutzverstößen verklagt; der Vorwurf lautet, das Unternehmen habe Nutzer und besonders Kinder über die Sicherheit seines Chatbots getäuscht. Und New Yorks Comptroller Mark Levine hat Anthropic schriftlich aufgefordert, den Börsengang zu stoppen, bis Sicherheit, Governance und Entwicklungstempo geklärt sind.

Vier Behörden, ein Unternehmen, ein Novemberdatum

Für Anthropic fällt das alles in dieselben Wochen wie das IPO. Eine Behörde, die über 50 Seiten Unterlagen zu Sicherheitsvorfällen anfordert und Führungskräfte vorladen will, ist im Prospekt ein Risikofaktor, den man nicht abschließen kann, bevor die Aktie gehandelt wird. Wer die Papiere zeichnet, kauft diesen offenen Punkt mit.

Quellen

FTCAnthropicOpenAIRegulierungVerbraucherschutz