Am Dienstag standen die Chefs der großen KI-Firmen vor dem Weißen Haus um Donald Trump herum und gaben das Bild einer Branche, die die Sorgen der Öffentlichkeit gemeinsam angeht. Das Wall Street Journal berichtet jetzt, was kurz davor hinter den Türen passiert ist. Branchenführer, unter ihnen Nvidia-Chef Jensen Huang, haben Dario Amodei zu seinen Warnungen vor den Gefahren der Technologie befragt. So schildern es Personen, die mit der Sache vertraut sind.
Der Text von Amrith Ramkumar und Josh Dawsey ist als Exklusivmeldung gekennzeichnet und steht hinter der Schranke. Über die zwei öffentlichen Absätze hinaus habe ich nichts selbst nachlesen können.
Warum das mehr als eine Anekdote ist
Die Reihenfolge ist der Punkt. Die Zusage, die Prinzipienerklärung zu unterschreiben, stand schon. Die Nachfrage an Amodei kam danach. Und erst dann das Gruppenbild.
Dass Huang und Amodei nicht derselben Meinung sind, ist nicht neu. Huang hat die Wahrscheinlichkeit eines Weltuntergangs durch KI auf null Prozent beziffert, Amodei warnt seit Jahren in beide Richtungen: vor dem Nutzen, der verloren geht, und vor dem Schaden, der entstehen kann. Neu ist, dass dieser Streit nicht mehr über Interviews läuft, sondern in dem Raum stattfindet, in dem die Selbstverpflichtung ausgehandelt wurde.
Die Einigkeit ist das Foto, nicht das Papier
Vier Kontrollebenen und ein KI-Beauftragter stehen in einem Abkommen, das niemanden zu etwas zwingt. Es trägt nur, solange die Unterzeichner dasselbe wollen. Genau diese Annahme hat das Journal gerade angekratzt, und zwar nicht über einen Kritiker von außen, sondern über die Leute, die mit auf dem Bild stehen.
Für Anthropic ist das die unbequemste Lage überhaupt: unterschrieben, aber unter Erklärungsdruck bei den eigenen Kollegen. Die Woche hat für Amodei mit einem Abendessen bei Trump begonnen und endet mit einer FTC-Untersuchung. Dazwischen stand er im Weißen Haus und musste erklären, warum er so deutlich wird.
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