Wer bisher ein Plugin ins Claude-Verzeichnis bringen wollte, hat sich durch ein Verfahren getastet, das von außen kaum sichtbar war. Seit Freitag gibt es dafür ein eigenes Portal. Es steht Entwicklern auf bezahlten Claude-Plänen offen, führt von der Einreichung bis zur Freischaltung und zeigt danach, wie das Plugin benutzt wird.
Zwei Wege führen hinein. Entweder du reichst einen einzelnen MCP-Connector ein und verweist dabei auf deinen entfernten MCP-Server. Oder du bündelst MCP-Server und Skills, legst das Ganze auf GitHub und reichst das Repository ein. In Claude Code darf ein solches Bündel zusätzlich LSPs, Commands, Hooks und Agenten enthalten.
Was das Portal tatsächlich abnimmt
Jede Einreichung wird beim Absenden automatisch validiert und auf Schadcode geprüft, Fehler tauchen also früh auf und nicht erst nach Wochen. Im Portal steht dann, wo die Prüfung gerade steht, was der Sicherheitsscan gefunden hat und welche Änderungen empfohlen werden. Nach der Freigabe entscheidest du selbst, wann veröffentlicht wird.
Danach kommen Zahlen. Die Nutzungsstatistik weist Installationen nach Produktoberfläche und Version aus, was bei Fehlerbehebungen hilft: Ein Absturz in einer Version lässt sich von einem Problem der Oberfläche unterscheiden. Auf der Entdeckungsseite siehst du, wie oft dein Eintrag aufgerufen wurde und über welche Suchanfragen die Leute dort landen.
Anthropic weist außerdem darauf hin, dass Claude den aktuellen MCP-Stand unterstützt, häufig MCP 2.0 genannt, mit einem zustandslosen Kern. Zwei Erweiterungen sind dabei interessant: MCP Apps bringt eigene Oberflächen direkt in den Chat, und Enterprise Managed Auth erledigt OAuth für Firmennutzer ohne Klickstrecke. Weitere sollen folgen.
Für bestehende Einträge ändert sich nichts
Skills und MCP-Connectors bleiben die Bausteine, und das Verzeichnis listet sie weiter. Wer dort schon einen Skill, einen Connector oder ein Plugin hat, muss nichts tun. Später soll man einen Connector-Eintrag in ein Plugin umwandeln können. Über die nächsten Wochen zieht außerdem eine gemeinsame Entdeckungsoberfläche durch Claude und Claude Code.
Das Portal ist die Antwort auf ein Verteilungsproblem
Plugins gibt es seit Monaten, und die großen kommen von großen Häusern — Amazon hat am Mittwoch Seller Central in Claude gebracht, Salesforce vorher. Was fehlte, war ein Weg für alle anderen: einreichen, Rückmeldung bekommen, sehen ob es jemand benutzt. Genau diese drei Dinge macht das Portal. Interessant finde ich die Suchanfragen in der Statistik. Wer sieht, mit welchen Worten Leute nach seinem Plugin suchen und es nicht finden, kann den Eintrag ändern — das ist derselbe Mechanismus, der Entwickler seit fünfzehn Jahren an App-Store-Beschreibungen feilen lässt. Anthropic baut hier keinen Marktplatz im Nebensatz, sondern die Werkzeuge, mit denen einer entsteht.
Quellen: