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Broadcom leiht Anthropic bis zu 42 Milliarden Dollar, damit Anthropic Broadcoms Chips leasen kann

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Anthropic hat im April Geld auf ein Sperrkonto zugunsten Broadcoms eingezahlt. Und bei bestimmten Zahlungs- oder Leistungsverzügen werden Leasingverpflichtungen sofort fällig, während genau diese Kreditlinie sie dann nicht decken darf.

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Im IPO-Prospekt von Anthropic stehen viele Partnerschaften, aber eine fällt aus dem Rahmen. Broadcom liefert Rechenleistung, verleast Hardware und finanziert den Kauf gleich mit: bis zu 42 Milliarden Dollar als Wandelanleihe. Reuters hat das aus dem Prospekt gelesen, CNBC hat es am 1. Oktober um 12:20 UTC veröffentlicht.

Ein Drittel der TPU-Rechnung

Die Wandelanleihe könnte rund ein Drittel der 125,2 Milliarden Dollar finanzieren, die Anthropic für eine fünfjährige Miete von TPU-Rechenkapazität zugesagt hat. Diese Zahl ist die größte Einzelposition aus den 518 Milliarden Dollar Rechenverpflichtungen, die vor drei Tagen aus demselben Prospekt kamen.

Google und Broadcom haben mehrere TPU-Generationen zusammen gebaut. Anthropic hat im April eine erweiterte Partnerschaft mit beiden angekündigt, die ab 2027 mehrere Gigawatt an TPU-Kapazität der nächsten Generation bringt.

Broadcom darf einen Finanzierungspartner benennen, und die Schuldtitel können in Anthropic-Aktien gewandelt werden. Anthropic rechnet nicht damit, dass vor dem Börsengang Anleihen verkauft werden.

Die Klauseln im Kleingedruckten

Zwei Sätze aus dem Prospekt sind unangenehm genug, dass Anthropic sie selbst aufschreiben musste.

Erstens: Anthropic hat im April 2026 Bargeld auf ein Sperrkonto zugunsten Broadcoms eingezahlt und muss unter bestimmten Umständen nachlegen.

Zweitens: Bestimmte Zahlungs- oder Leistungsverzüge können einen erheblichen Teil der Leasingverpflichtungen sofort fällig stellen – und gleichzeitig die Möglichkeit einschränken, diese Zahlungen mit der 42-Milliarden-Fazilität zu decken. Die Finanzierung fällt also genau dann weg, wenn sie gebraucht würde.

Dazu kommt ein Interessenkonflikt, den Anthropic ausdrücklich so nennt: Broadcom liefert Hardware und finanziert sie, was den Zugang zu Rechenleistung berühren könnte. Preis- und Hardwareentscheidungen von Broadcom könnten die Beschaffung beeinträchtigen.

60 Milliarden an der Wall Street

Am Tag darauf legte Bloomberg nach. Broadcoms Konsortium sammelt gerade 60 Milliarden Dollar frischer Chipfinanzierung ein, von der Anthropic und andere profitieren sollen. Bank of America, Citigroup und Morgan Stanley sind dabei und stehen davor, Syndizierungsschreiben für eine besicherte Class-A-Tranche über 42 Milliarden Dollar zu verschicken. Broadcom gibt eine Restwertgarantie, die diesen Teil im Kern absichert; Blackstone ist beteiligt. Angekündigt ist das Paket noch nicht.

Wer wem die Umsätze bezahlt

Anthropic wird 2027 voraussichtlich der größte Kunde in Broadcoms Chipdesign-Geschäft. Broadcom erwartet für das Geschäftsjahr 2027 rund 115 Milliarden Dollar Umsatz mit KI-Halbleitern und 230 Milliarden für 2028. Ein Teil davon wird mit Geld bezahlt, das Broadcom selbst verliehen hat.

Robert Leitao von Rothschild & Co sagt dazu: «Es fühlt sich an wie eine recht konzentrierte Wette darauf, dass zwei Unternehmen genug Umsatz erzeugen können, um all die Finanzierungen zu tragen, die stattgefunden haben.» Seaport-Analyst Jay Goldberg ordnet es anders ein: «Nvidia setzt massiv seine Bilanz ein, und Broadcom muss nachziehen.»

Beides stimmt gleichzeitig. Nvidia hat vorgemacht, dass ein Chiphersteller seine Bilanz einsetzen kann, um Chips zu verkaufen, und Broadcom kann sich das Nichtmitmachen schwer leisten. Und zugleich steht am Ende dieser Kette ein Unternehmen, das nach eigener Rechnung 42 Milliarden Verlust gemacht hat und mit zwei Billionen Dollar an die Börse will. Broadcom hat sich mit der Restwertgarantie und dem Sperrkonto ordentlich abgesichert. Anthropic hat sich die Klausel aufschreiben müssen, die besagt, dass die Rettungsleine im Notfall nicht zieht.

Quellen:

AnthropicBroadcomIPOBusinessRechenleistung