SpaceX hat letzte Woche eine Einreichung veröffentlicht, in der ein einzelner Kunde für rund 34,5 Prozent des Quartalsumsatzes steht. Der Kunde heißt dort nur „Customer B“. Bloomberg nennt ihn jetzt: Anthropic.
Das Geld fließt in die KI-Sparte, die inzwischen Super Intelligence heißt und Rechenleistung verkauft. Eine mit der Sache vertraute Person sagte Bloomberg, Anthropic sei damit SpaceX’ größter Einzelkunde – mehr als ein Drittel des Umsatzes im dritten Quartal. Anthropic wollte sich nicht äußern, SpaceX antwortete auf die Anfrage nicht.
Die US-Regierung ist nicht mehr der größte Kunde
Jahrelang waren NASA und Verteidigungsministerium die lukrativsten Verträge von SpaceX. Das hat sich gedreht: Die Zahlungen von Anthropic liegen jetzt darüber. Der zweite Kunde über der 10-Prozent-Schwelle – möglicherweise die Summe aller Behörden – kam im dritten Quartal auf 16,6 Prozent, nach rund einem Fünftel im Jahr 2025. Musk selbst hat vorhergesagt, dass die NASA 2026 unter 5 Prozent des SpaceX-Umsatzes bringt.
Dass es so weit kam, liegt an Verträgen aus diesem Jahr. Anthropic kauft Rechenleistung aus SpaceX-Rechenzentren in Memphis, Tennessee. Musk baut die KI-Sparte seit dem Kauf seines eigenen Unternehmens xAI zu einer Neocloud um und vermietet Kapazität auch an Google. Das Geschäft war im dritten Quartal erstmals profitabel.
Bis 2029, und kündbar ab Januar
Die Gegenseite der Rechnung steht in Anthropics Börsenprospekt. Dort ist von bis zu 120,5 Milliarden Dollar über die Vertragslaufzeit bis 2029 die Rede, ab Dezember dieses Jahres rund 3,1 Milliarden Dollar pro Monat. Anthropic kann die beiden SpaceX-Verträge mit 90 Tagen Frist kündigen, den einen ab Januar 2027, den anderen ab März 2027. Daneben hat Anthropic Verträge mit Nscale und Lambda.
Musk warnt vor dem Sterben, an dem er selbst hängt
Musk hat sich die letzten Wochen auf X über die Lage der Neoclouds geäußert, über CoreWeaves Hochzinsanleihen und darüber, was SpaceX von der Konkurrenz unterscheidet. „Die Kreditmärkte haben den Zugang zu Geld für jedes Unternehmen fast vollständig abgeschnitten, das keinen substanziellen Umsatz unabhängig von KI-Rechenzentren hat“, schrieb er und verwies auf Starlink und das Startgeschäft. „Das heißt, die über 200 Neoclouds werden ein Sterben im Guppy-Format und Konsolidierung erleben. Einige kommen durch, aber nicht viele.“
Das Argument ist nicht falsch, es trifft nur auch ihn. SpaceX hat zwar Umsatz außerhalb der KI – aber die Sparte, die Musks Versprechen von 100 Milliarden Dollar Jahresumsatzrate bis Ende 2026 tragen soll, hängt an einem Kunden, der ab Januar mit drei Monaten Frist gehen kann. Für Anthropic ist das eine Option. Für SpaceX ist es ein Risiko, das in keiner Einreichung steht.