Microsoft hat Copilot in Microsoft 365 umgebaut und die Startseite in drei Bereiche geteilt: Chat, Code und Autopilot. Der Name Autopilot ist dabei der bemerkenswerteste Teil, denn so heißt jetzt das, was vorher Scout hieß.
Code ist der eigentliche Umbau
Der Bereich Code soll Leute ohne technischen Hintergrund kleine Anwendungen aus Prompts bauen lassen. Microsofts Beispiel: eine Fachkraft aus dem Controlling baut sich ein Dashboard für Filialumsätze. Das Ergebnis läuft entweder als Desktop-Widget oder als Cloud-Dienst, und in der Cloud kann man es mit Kollegen teilen.
Dahinter steht ein neuer Dienst namens Copilot Managed Runtime, der die generierten Apps ohne manuelle Konfiguration deployt. Dazu gibt es ein SDK und ein Kommandozeilenwerkzeug, mit denen Entwickler nachschärfen können, was Kollegen zusammengeklickt haben, etwa eine Anbindung an einen externen Dienst. David Blyth, bei Microsoft VP für verwaltete Apps und Agenten, beschreibt den Ablauf so: „Teams können eine neue Version vorab prüfen und verbessern, während die aktuelle Version für Nutzer verfügbar bleibt.” Identität und Richtlinien würden über den Host durchgesetzt, Monitoring und Inventar zeigten, was gebaut wurde und wie es genutzt wird.
Chat ist der Bereich für die nicht-technische Arbeit, angebunden an Office: Word-, Excel- oder PowerPoint-Dateien beschreiben lassen, bestehende Dokumente direkt im Copilot-Fenster bearbeiten, dabei manuell eingreifen. Autopilot ist die No-Code-Variante für Agenten, die wiederkehrende Aufgaben übernehmen oder auf Geschäftsereignisse reagieren. Den Kontext liefert Microsoft IQ, das mit diesem Update auch Daten aus Dynamics 365 und der Power Platform lesen kann.
Angekündigt ist außerdem, dass man die Modi nicht mehr wechseln muss
Zwei Dinge kommen laut Microsoft noch. Ein Bereich namens Today, der die wichtigsten offenen Aufgaben zeigt und einige selbst erledigt. Und eine Funktion, die den manuellen Wechsel zwischen Chat und Code überflüssig macht.
Der zweite Punkt ist der, an dem man merkt, dass hier jemand dasselbe Problem löst wie alle anderen. Die Trennung zwischen Unterhaltung und Arbeitsauftrag ist eine Krücke, und jeder baut sie gerade ab. Anthropic hat genau das vor elf Tagen getan, als Cowork und Chat zu einem Claude verschmolzen sind.
Die Modus-Wahl verschwindet gerade überall, und das ist die eigentliche Nachricht
Drei Bereiche auf einer Startseite sind ein Zwischenstand. Kein Produktversprechen. Microsoft sagt das selbst, indem es die Abschaffung des Moduswechsels gleich mitankündigt. Interessanter als die Kacheln ist die Wette darunter: dass die nächste Generation von Business-Software nicht mehr eingekauft, sondern von den Leuten im Fachbereich erzeugt wird, und dass die IT nur noch die Laufzeitumgebung und die Nachbearbeitung liefert.
Ob das gut geht, hängt weniger an der Qualität des generierten Codes als an der Frage, wer in zwei Jahren die dreihundert Dashboards pflegt, die niemand mehr braucht. Managed Runtime, Inventar und Monitoring in der ersten Ankündigung zu nennen, zeigt, dass Microsoft diese Frage kennt.