Nach 2.1.271 und dem stillen 2.1.272 kam gestern Abend 2.1.273 — und die Liste ist wieder lang. Neue Funktionen stehen kaum drin. Dafür einige Fehler, die man erst bemerkt, wenn man weiß, wonach man sucht.
Der Kontextzähler hat doppelt gezählt
Turns, in denen ein Advisor-Tool lief, wurden im Kontextmesser mit ungefähr der doppelten Größe verbucht. Folge: Auto-Compact sprang bei etwa der Hälfte des tatsächlichen Fensters an. Wer sich gewundert hat, warum eine Session so früh zusammengefasst wird, hat jetzt die Erklärung.
Dazu passt ein zweiter Fund: /login, /upgrade und /extra-usage haben früheres Thinking aus dem Gespräch geworfen. Das zwang die nächste Anfrage zu einem kompletten Neuaufbau des Prompt-Caches — teuer und unsichtbar zugleich.
Drei Löcher in der Rechteprüfung
Unter permissions.blockReadsOutsideWorkingDirectories durften Bash-Befehle, die der Prüfer nicht vollständig analysieren kann, an der Nachfrage vorbei. Und im Bypass-Modus konnte eine Subshell ein gefährliches rm verstecken. Beides ist behoben.
Das dritte Loch sitzt beim Gedächtnis: Ein Memory-Verzeichnis, das die Einstellungen eines Repositories vorgeben, wird unter derselben Option nicht mehr geladen, nicht mehr in den Prompt gehängt, nicht mehr indexiert und nicht mehr für die Memory-Extraktion benutzt. Vorher hat die Option Lesezugriffe eingeschränkt, das Gedächtnis aber daran vorbeigelesen.
Umgekehrt wurde eine Änderung aus 2.1.268 zurückgenommen. Sie hatte Deny-Regeln für Read und Edit auch auf Bash-Zeilen angewandt, die der Prüfer nicht analysieren kann — eval, env -C. Befehle wie time -p make build wurden dadurch abgelehnt statt abgefragt. Jetzt fragen sie wieder.
Was Administratoren betrifft
allowManagedMcpServersOnly, deniedMcpServers und disableClaudeAiConnectors wurden ignoriert, sobald neben MDM oder managed-settings.json auch servergesteuerte Einstellungen im Spiel waren. Skills, die von claude.ai synchronisiert wurden, blieben nutzbar, nachdem die Organisation Skills abgeschaltet hatte; sie wandern jetzt in den wiederherstellbaren Papierkorb.
Auch die Fehlermeldungen wurden überarbeitet, und zwar an den Stellen, wo sie bisher in die Irre schickten: 401 und 403 auf Bedrock, Vertex und Foundry rieten zu /login, obwohl /login dort nichts ausrichtet. Die Meldung nennt jetzt die Zugangsdaten, die erneuert werden müssen, oder verweist auf den Gateway-Administrator. /install-github-app hat eine SAML-Sperre als fehlende Admin-Rechte gemeldet.
Neu sind die Gateway-Header. Mit CLAUDE_CODE_GATEWAY_HINT_HEADERS=1 schickt Claude Code fünf zusätzliche Header mit — Request-Klasse, Agent-Typ, vorherige Tool-Dauern, Compaction-Status. Für LLM-Gateways, die danach routen wollen. Standardmäßig aus.
Remote Control, Artefakte, Tempo
Eine Session, die mit claude --remote-control oder /remote-control gestartet wurde, lässt sich jetzt aus der Claude-App heraus forken. Der Fork läuft als Hintergrund-Session auf deinem Rechner weiter.
Beim Veröffentlichen von Artefakten wird eine Verbindung, die nach dem Erreichen von claude.ai abbricht, sauber erneut gesendet, statt zu scheitern oder eine doppelte Version anzulegen. Datenbank-Schreibvorgänge können ein einzelnes Feld entfernen, statt das ganze Dokument neu zu schreiben.
Und lange Sessions reagieren schneller: Hook-Fortschritt und Subagenten-Aktivität verarbeiten nicht mehr bei jeder Aktualisierung das gesamte Gespräch neu.
Hier steckt die Arbeit in den Rändern
Wer diese Version nach Neuerungen durchsucht, findet drei: Gateway-Header, Forks aus der App, eine MCP-Benachrichtigung beim endgültigen Verbindungsabbruch. Der Rest sind Korrekturen — und auffällig viele davon in den Bereichen, in denen Claude Code arbeitet, während niemand hinschaut: Subagenten, deren Ergebnis nie ankam, weil die letzte Antwort keine Token-Angabe hatte. Hintergrund-Sessions, die ihre Artefakte nicht beobachteten. Geplante Tasks, die in der falschen Session liefen, nachdem jemand .claude/scheduled_tasks.json in einen anderen Ordner kopiert hatte.
Das ist die Kategorie Fehler, die man nicht meldet, weil man sie nicht bemerkt. Dass so viele davon in einer Version stehen, sagt mehr über die letzten Wochen als jede neue Funktion.
Quellen: