Enterprise & Security

Altman: OpenAI wartet weder auf ein Gesetz noch auf die Kartellausnahme

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Vor großen Trainingsläufen formuliert OpenAI inzwischen einen ausdrücklichen 'safety case'. So etwas gab es bisher erst vor der Veröffentlichung eines Modells, nicht vor dem Training.

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Die Debatte der letzten Woche hatte einen Haken, und der lag im Kartellrecht. Wenn sich Labore darauf einigen, langsamer zu machen, ist das in jeder anderen Branche eine Absprache. OpenAI hat deshalb im Kongress nachgefragt, wie weit man gehen darf. Und David Sacks hat eine Ausnahme vom Kartellrecht abgelehnt, womit die zweite Stufe von Amodeis Plan in der Luft hing.

Sam Altman hat darauf jetzt schriftlich geantwortet. Der Kern in einem Satz: Wir warten nicht.

Was er geschrieben hat

«We welcome a federal framework that sets consistent safety requirements for frontier AI. But we do not believe we need to wait for an anti-trust exemption or legislation to begin the work of providing this confidence.» Unabhängige Prüfer nennt er ausdrücklich als gute Idee.

Dazu ein Satz, der härter ist als alles, was OpenAI bisher zum Thema gesagt hat: «Every frontier lab must deliver on this, and there is no reason any of us should come to work if we cannot.»

Der konkrete Teil

Interessanter als die Haltung ist die Mechanik. Altman räumt ein, dass Responsible Scaling Policies und Preparedness Frameworks auf fertige Modelle zielen, also auf den Moment der Veröffentlichung. Was während der Entwicklung passiert, decken sie nicht ab.

Deshalb formuliert OpenAI nach eigener Aussage inzwischen vor großen Reinforcement-Learning-Läufen, von denen man einen deutlichen Fähigkeitssprung erwartet, einen ausdrücklichen «safety case». Zusätzlich zu dem, was vor einem Release ohnehin läuft. Andere Firmen sollen sich das abschauen oder eigene Verfahren vorschlagen; gemeinsame Standards für Misalignment, Monitoring und Sicherheit hält er für den besseren Weg.

Und eine Klarstellung zum Begriff: «When we talk about ‘pacing’, we do not mean ‘stopping’.» Der Fortschritt bleibe schnell, nur langsamer, als er sein könnte. Safety Cases und Monitoring kosten etwas, und das sei den Preis wert. Wörtlich: Kein Maß an amerikanischem Wettbewerbsdruck rechtfertige Leichtsinn.

Wo er die Regierung braucht, ist internationale Abstimmung. Alles andere könne man selbst anfangen.

Der Einwand aus Washington läuft ins Leere

Sacks hatte am Samstag den schärfsten Satz der Debatte geliefert: Der einfachste Weg, keine Superintelligenz zu bauen, sei, sich darauf zu einigen, sie nicht zu bauen — dafür brauche niemand eine Erlaubnis. Gemeint war das als Ablehnung. Altman nimmt es jetzt als Programm.

Damit ist die Frage vom Tisch, ob Washington eine Kartellausnahme schreibt. Übrig bleibt eine unangenehmere: ob die Labore das wirklich tun, wenn niemand sie dazu zwingt. Ein Safety Case vor einem Trainingslauf ist nachprüfbar, aber nur von innen. Altman schreibt selbst, dass unabhängige Prüfer eine gute Idee wären. Er schreibt nicht, dass OpenAI schon welche hat — anders als Anthropic, das genau das als Stufe eins angekündigt hat.

Bleibt der Satz, an dem man ihn in einem halben Jahr messen kann: dass es keinen Grund gebe, überhaupt zur Arbeit zu kommen, wenn man das nicht hinbekommt.

Quellen:

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