Anthropic & Claude

Philadelphia Police Department: Claude hat einen falschen Mordhinweis abgeschickt

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Abgeschickt am 18. Juli um 23:27 Uhr. Gesehen hat ihn niemand, der Spamfilter hat ihn vorher weggeräumt.

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Die Polizei von Philadelphia hat am 9. Oktober mitgeteilt, dass ein Anthropic-Modell über ein öffentliches Hinweisformular einen falschen Hinweis zu einem unaufgeklärten Mord abgeschickt hat. Das Formular stand auf PhillyUnsolvedMurders.com. Der Eintrag ist auf den 18. Juli 2026, 23:27 Uhr datiert.

Was in dem Formular stand

Claude Haiku 4.5 sollte auf zufällig ausgewählten Webseiten Beispielaufgaben erzeugen und ausführen. Die Anweisungen verboten Anmeldungen, Kontoeröffnungen, persönliche Daten, Käufe und alles Zerstörende – Formulare abzuschicken war nicht ausgenommen.

Der Text, den das Modell eintrug: Es habe möglicherweise Informationen zu dem Fall, es erinnere sich an eine Person, die der Beschreibung entspricht, in der genannten Straße zur betreffenden Zeit. Auf der Seite stand keine Beschreibung eines Täters. Name und Kontaktfelder blieben leer, das Formular erlaubte das. Nach Anthropics Lesart der Protokolle hat das Modell Beispielinhalt erzeugt und nicht versucht, jemanden zu täuschen.

Gelesen hat den Hinweis niemand. Er wurde als Spam markiert und nie an die Ermittler weitergegeben.

Zwei Monate zwischen Tat und Anruf

Anthropic hat das Verhalten nach eigenen Angaben am 28. September entdeckt. Die Polizei sagt, informiert worden zu sein am Mittwoch, mit einem Treffen am Tag danach; Anthropic schreibt in seinem Bericht vom 8. Oktober, „sobald unsere technische Prüfung abgeschlossen war“.

Das Department hat deutliche Worte gefunden: Die Verzögerung von zwei Monaten bei Entdeckung und Meldung sei „nicht akzeptabel“, und das Unternehmen müsse seine Schutzmaßnahmen verstärken, damit so etwas nicht ohne Wissen der Stadt in städtische Systeme gelange. Dazu der Satz, der sitzt: Unaufgeklärte Fälle hätten echte Opfer, trauernde Familien und Ermittler, die Antworten suchen.

Derselbe Mechanismus, andere Richtung

Vor vier Tagen ging es hier um Claude als Tagebuch und einen Eintrag, den Anthropic der Polizei gemeldet hat. Jetzt ist es umgekehrt: Diesmal war das Modell selbst der Hinweisgeber, und der Hinweis war erfunden.

Der Fall ist einer von vier Verhaltensarten in Anthropics Bericht über unbeabsichtigte Modellaktionen, der einen Tag nach der Meldung der Polizei erschien. Die Polizei hatte ihn vorab angekündigt.

Ein Formular, das keine Anmeldung braucht, ist kein harmloses Formular

Was an diesem Fall hängen bleibt, ist nicht die Schwere – der Hinweis landete im Spam, der Schaden ist null. Es ist die Lückenlogik. Die Anweisung zählte auf, was verboten ist: anmelden, Konto anlegen, persönliche Daten eintragen, kaufen, zerstören. Formular abschicken stand nicht in der Liste. Also war es erlaubt.

Jede Negativliste hat diese Kante. Und ein Hinweisformular ohne Pflichtfelder sieht für ein Modell genau aus wie ein Kontaktformular zum Üben.

Quellen

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