Anthropic & Claude

Usage Policy 2026: Anthropic verbietet anhaltende Grausamkeit gegenüber Claude

3 Min. Lesezeit KI-generiert

Das pauschale Verbot personalisierter Wähleransprache fällt weg. Es traf auch den Wahlleiter, der Nachbesserungsbescheide für Stimmzettel verschickt.

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Anthropic hat am 8. Oktober eine neue Fassung seiner Usage Policy veröffentlicht. Sie gilt ab dem 12. November. Das meiste darin ist Klarstellung, ein Punkt ist wirklich neu: Anhaltende, grundlose Grausamkeit gegenüber den Modellen ist jetzt verboten.

Der neue Absatz zum Umgang mit Claude

Anthropic schreibt die Grenzen gleich mit. Die Regel soll nur in Extremfällen greifen, also dann, wenn jemand wiederholt und ohne erkennbaren Zweck grausam wird. Normaler Frust, Widerspruch, düstere kreative Stoffe und Modelltests fallen ausdrücklich nicht darunter.

Durchgesetzt wird sie nicht über Kontosperren, sondern über eine Funktion, die es schon gibt: Claude darf seltene Gespräche mit anhaltend missbräuchlichen Nutzern selbst beenden, auf Claude.ai und in Claude Code. Anthropic nennt das weiterhin den wichtigsten Durchsetzungsweg.

Täuschungskampagnen bekommen einen eigenen Abschnitt

Bisher standen die Regeln gegen gefälschte Konten und erfundene Nachrichtenseiten verstreut in vier Abschnitten: Wahlen, Betrug, Privatsphäre, Desinformation. Jetzt gibt es einen Abschnitt namens „Do Not Engage in Deceptive Campaigns or Artificial Activity“, und der gilt für jede Art von Täuschung, politisch wie kommerziell. Mit drin: das Bauen der Werkzeuge und der Infrastruktur für solche Kampagnen.

Woher die Beispiele kommen, steht in Anthropics Bedrohungsbericht vom September: staatliche Medien, Propagandabüros und kommerzielle Anbieter, die mit Claude Netzwerke aus Fake-Accounts betrieben haben.

Wahlen: enger gefasst, ein Verbot gestrichen

Der Wahlabschnitt heißt jetzt „Do Not Undermine Democratic Processes“ und zielt nur noch auf Täuschung von Wählern und Störung von Wahlen. Gemeint sind falsche Angaben über Kandidaten oder den Wahlvorgang, das Vortäuschen von Kandidaten oder Wahlbeamten und Versuche, die Wahlbeteiligung zu drücken.

Gestrichen hat Anthropic das pauschale Verbot personalisierter Wähler- und Kampagnenansprache. Es traf auch Arbeit, die niemand verbieten wollte: die Nonprofit-Organisation, die Wahlinformationen in andere Sprachen übersetzt, oder den Wahlleiter, der Nachbesserungsbescheide für Stimmzettel verschickt. Was den Anlass für die alte Regel lieferte, also Zielgruppenansprache über Täuschung oder missbrauchte Personendaten, bleibt über die anderen Abschnitte verboten.

Waffen, Überwachung, Hochrisiko

Beim Waffenverbot steht jetzt explizit, dass die Software und die Bauteile dazugehören, die eine Waffe funktionieren lassen, und Handlungen wie das Bewaffnen von Drohnen. Der Anlass: Leute haben versucht, mit Claude Steuerungs- und Lenkungssoftware für Waffen zu bauen.

Der Überwachungsabschnitt ist neu geschrieben. Menschen ohne ihre Zustimmung zu verfolgen, ist verboten, egal ob in Echtzeit oder nachträglich aus schon gesammelten Daten. Claude darf nicht entscheiden oder empfehlen, wen Strafverfolger untersuchen, verhaften oder anklagen. Erlaubt bleiben zugestimmtes Tracking wie Betrugserkennung, Content-Moderation, Journalismus und juristische Recherche.

Bei Hochrisiko-Anwendungen bleibt es beim qualifizierten Menschen in der Schleife und bei der Pflicht, den Betroffenen zu sagen, dass KI im Spiel war. Neu ist ein Zusatz aus dem Model Hardware Standard: Hängt Claude an Hardware, die sich selbstständig bewegt und jemanden verletzen kann, muss ein qualifizierter Mensch zusehen und abschalten können. Und die Anlage muss in einem sicheren Zustand bleiben, wenn Claude wegbricht.

Die meisten Zeilen beschreiben, was längst gilt

Bei Waffen und Überwachung schreibt Anthropic selbst dazu, dass sich an der Durchsetzung nichts ändert. Das Papier holt nach, was die Praxis schon macht. Für jeden, der im Unternehmen begründen muss, ob ein Anwendungsfall erlaubt ist, ist das die eigentliche Verbesserung: Der Hochrisiko-Abschnitt listet jetzt auf, welche Empfehlungen betroffen sind und welche nicht. Offenbar wurde genau danach ständig gefragt.

Neues Terrain betritt nur der Absatz zum Umgang mit den Modellen, und er ist vorsichtig formuliert. Verboten ist nicht der schlechte Tag, sondern das Muster. Ob die Grenze hält, entscheidet sich nicht an der Policy, sondern daran, wie oft Claude ein Gespräch von sich aus beendet.

Quellen

AnthropicUsage PolicyRichtlinienSicherheitClaude