Ökosystem

OpenAI plant bis 2030 ein Minus von 278 Milliarden Dollar

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Die Rechenrechnung ist seit Februar von 600 auf 856 Milliarden Dollar gestiegen. Der geplante Mittelabfluss ist im selben Zeitraum gesunken.

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Einen Tag, nachdem Anthropic seinen Börsengang auf November gelegt hat und einen 100-Milliarden-Lauf meldet, kommen die Zahlen der anderen Seite. Die Financial Times hat eine interne OpenAI-Präsentation vom Juli gesehen: minus 278 Milliarden Dollar freier Cashflow von 2026 bis Ende 2030.

Was in der Präsentation steht

Die 278 Milliarden sind die Summe, die OpenAI in fünf Jahren mehr ausgibt als einnimmt. Größter Posten: rund 856 Milliarden Dollar für Rechenleistung und Infrastruktur bis Ende 2030.

Dem stehen Umsatzerwartungen gegenüber, die genauso steil sind. 36 Milliarden Dollar in diesem Jahr, 350 Milliarden im Jahr 2030, kumuliert 840 Milliarden über den Zeitraum.

Bloomberg bestätigt die Zahlen und ordnet die Präsentation ein: Sie gehörte zu einem Rechenleistungs-Geschäft im Juli. Eine mit dem Vorgang vertraute Person wollte die Finanzzahlen nicht kommentieren.

Mehr ausgeben, weniger verbrennen

Im Februar hatte OpenAI Investoren noch rund 600 Milliarden Dollar Rechenkosten genannt. Die Juli-Zahl liegt 43 Prozent darüber. Gleichzeitig ist der erwartete Mittelabfluss gefallen: von etwa 305 Milliarden im Mai auf die jetzigen 278.

Das klingt widersprüchlich, ist es aber nicht. Ein großer Teil des Aufbaus wird von Partnern finanziert und taucht deshalb nicht in OpenAIs eigener Kasse auf. Nvidia, Oracle und andere übernehmen Investitionen über Verträge und Leasing. Die Rechenzentren werden teurer, nur zahlt sie jemand anders vor.

Die Zahl, an der wirklich alles hängt, ist deshalb der Umsatz. Der Abfluss ergibt sich aus Ausgaben minus Einnahmen — bleibt die Kurve von 36 auf 350 Milliarden hinter dem Plan zurück, wächst das Minus schneller als jede Einsparung es drücken kann.

Das Geld reicht bis 2028

Im März hat OpenAI 122 Milliarden Dollar eingesammelt, bei einer Bewertung von 852 Milliarden. Nach dieser Planung ist das Geld 2028 aufgebraucht. Im Juni hat die Firma vertraulich einen Börsengang angemeldet; Sam Altman hat dann gesagt, 2026 werde daraus nichts, aus Sicherheitsgründen. Die FT berichtete zuletzt von Gesprächen über eine Bewertung um 1,2 Billionen Dollar.

Vergleich gefällig? Anthropic will im November an die Börse und erwartet für dieses Jahr über 100 Milliarden Dollar auf Jahresbasis. OpenAI plant für 2026 mit 36 Milliarden Umsatz und will bis 2030 fast das Zehnfache schaffen.

Beide Wetten können aufgehen. Sie sind nur nicht dieselbe Wette: Die eine braucht einen Markt, der wächst. Die andere braucht einen Markt, der sich verzehnfacht, bevor das Geld ausgeht.

Quellen

OpenAIFinanzenBoersengang