Microsoft hat im Quartal bis Ende September 10 Milliarden Dollar Umsatz aus OpenAI verbucht. Das sind knapp 11 Prozent des gesamten Quartalsumsatzes, und es steht in der Einreichung bei der Börsenaufsicht. Weil Microsofts Geschäftsjahr im Juli beginnt, ist das das erste Quartal des Geschäftsjahrs 2027.
Die Zahlen im Zusammenhang
Im kompletten Geschäftsjahr 2026 kamen 24,1 Milliarden Dollar aus OpenAI. Beim jetzigen Quartalstempo wären es 40 Milliarden im Jahr.
Dazu kommt eine Position, die leicht mit Umsatz verwechselt wird: 7,2 Milliarden Dollar offene Forderungen gegen OpenAI zum Ende September, nach 6 Milliarden Ende Juni. Das ist Geld für frühere Geschäfte, das noch nicht bezahlt ist.
Unklar bleibt die Aufteilung. Wie viel davon aus der Umsatzbeteiligung kommt und wie viel aus Azure-Rechenleistung, sagt die Einreichung nicht. TechCrunch hat nachgefragt. Im November 2025 hatte dasselbe Medium aus geleakten Unterlagen 865,8 Millionen Dollar Netto-Beteiligungszahlungen für die ersten neun Monate jenes Jahres berichtet.
Was die Beteiligung regelt
Berichten zufolge gibt OpenAI 20 Prozent seines Umsatzes an Microsoft weiter, Teil eines Vertrags, in dem der Konzern mehr als 13 Milliarden Dollar investierte. Bestätigt hat diesen Satz keine der beiden Seiten öffentlich. Eine Vereinbarung vom April 2026 verpflichtet OpenAI, die Beteiligung bis 2030 weiterzuzahlen, bis zu einer Obergrenze – auch jetzt, wo die Firma mit konkurrierenden Anbietern arbeiten darf.
Gelockert wurde die Bindung im Oktober 2025. Microsoft gab seinen Zugriff auf OpenAI auf, OpenAI verpflichtete sich im Gegenzug auf zusätzliche Azure-Dienste im Wert von 250 Milliarden Dollar.
Die Beteiligung schrumpft, der Umsatz wächst
Microsofts Anteil an OpenAI ist von etwa 25 Prozent im Juni auf 24 Prozent im September gefallen, nach rund 27 Prozent nach der Umstrukturierung im Oktober 2025. Woher die Verwässerung kommt, sagt der Konzern nicht.
Das ist die eigentliche Bewegung: Microsoft hält weniger von OpenAI und verdient mehr an OpenAI. Für die Einordnung von Anthropics eigener S-1 ist das ein nützlicher Maßstab. Anthropic muss seine Rechenleistung über Zweckvehikel und Partnerschaften finanzieren, OpenAI hat sie bei einem Anteilseigner gemietet, der die Rechnung gleichzeitig als Umsatz ausweist. Zwei Wege, dieselbe Abhängigkeit, und in beiden Fällen steckt der Cloud-Anbieter in der Bilanz.