Factory hat 200 Millionen Dollar eingesammelt, bei einer Bewertung von 5 Milliarden. Im April war das Unternehmen gerade erst Einhorn geworden, damals mit 1,5 Milliarden. Angeführt haben die Runde Blackstone, Khosla Ventures, Sequoia Capital und NEA; unter den Angels steht Marc Benioff.
Wie Droids arbeiten
Factorys Produkt heißt Droids und zerlegt eine Programmieraufgabe in Teilschritte, die einzeln an Agenten gehen. Die Agenten arbeiten in „Droid Computers“, virtuellen Umgebungen, in denen die nötigen Bibliotheken und Konfigurationsdateien liegen. Laut Factory nutzen das hunderttausende Entwickler, darunter Teams bei Nvidia, Adobe und Palo Alto Networks.
Kein Hausmodell
Der interessante Teil steht im Kleingedruckten der Architektur: Factory hängt an keinem einzelnen Sprachmodell. Jeder Schritt geht an das Modell, das ihn am kosteneffizientesten erledigt, und bei technischen Problemen wird die Anfrage umgeleitet.
Genau das ist die Wette. Claude Code, Codex und die anderen Werkzeuge der Modellanbieter sind so gut wie ihr Hausmodell — und werden entsprechend mitverkauft. Factory verkauft stattdessen die Schicht darüber und behandelt Modelle als austauschbares Vorprodukt.
Die Zwischenschicht wird gerade teuer bezahlt
Modellunabhängigkeit war lange das Argument von Anbietern, die kein eigenes Modell hatten. Dass dafür jetzt 200 Millionen fließen und die Bewertung sich binnen fünf Monaten mehr als verdreifacht, dreht die Sache um: Investoren zahlen für die Orchestrierung, nicht für das Modell.
Für Anthropic ist das zweischneidig. Jeder Schritt, den Factory an Claude routet, ist Umsatz ohne eigene Vertriebsarbeit. Aber die Kundenbeziehung liegt dann bei Factory, und die Entscheidung, welches Modell den nächsten Schritt bekommt, ist eine Zeile Konfiguration. Wer Claude Code benutzt, wählt Anthropic. Wer Droids benutzt, wählt einen Router.
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