Claude Security ist seit dem 21. Oktober in einer neuen Fassung als Public Beta für Claude-Enterprise-Kunden verfügbar. Drei Dinge sind anders, und alle drei adressieren dasselbe Problem: Ein Scan zeigt einen Moment, Code ändert sich täglich.
Laufende Überwachung statt Scan auf Knopfdruck
Du legst ein Projekt an, verbindest Repositories über die Claude-GitHub-App (auch GitHub Enterprise Server) oder per Access Token von GitLab und anderen Git-Anbietern, und wählst Branch und Umfang. Claude macht zuerst einen tiefen Baseline-Scan und prüft danach Änderungen regelmäßig, getaktet nach Risiko und Komplexität der Änderung.
Ein Projekt kann mehrere Repositories halten. Das ist nicht Kosmetik: So findet Claude Probleme, die zwischen Services liegen, etwa ein Backend, das Eingaben vertraut, die eigentlich der Client prüfen sollte.
Funde gelten als behoben, wenn der Fix landet
Die meisten Fixes passieren nicht in dem Werkzeug, das das Problem gemeldet hat. Claude Security prüft offene Funde gegen den geänderten Code und markiert sie als behoben, sobald der Fix drin ist – egal ob das Team ihn in Claude Code geschrieben hat oder in einem eigenen Prozess. Taucht das Problem später wieder auf, öffnet sich der Fund automatisch neu.
Was das Team weiß, fließt in den Scan ein
Jedes Projekt hat jetzt eine Knowledge Base. Dort beschreibst du, wie der Code ausgerollt wird, welche Sicherheitsrichtlinien gelten und was ein neuer Security-Engineer im Team wissen müsste. Claude erzeugt daraus ein Bedrohungsmodell, das dein Team ansehen und ändern kann, und folgende Scans entscheiden damit, was einen Hinweis wert ist. Umgekehrt lässt sich so auch abschalten, was deine Umgebung schon anders löst.
Jeder Fund trägt eine Schwere, gemessen gegen dieses Modell, plus eine Erklärung, wie ein Angreifer den Code überhaupt erreicht. Teilweise mit Diagramm des Angriffspfads.
API, MCP und Rollenrechte
Neu ist eine API: Projekte und Funde lesen, Funde schließen oder wieder öffnen, Projekte und ihre Repositories verwalten. Der Personal Access Token sieht genau das, was der Nutzer sieht. Webhooks melden neue Funde an eigene Systeme.
Dazu kommt Claude Security als MCP-Konnektor in Claude.ai und Claude Code. Ein Engineer holt den Fund hoch, fragt nach, startet den Fix und schließt ihn in derselben Sitzung. Die neuen rollenbasierten Rechte trennen Ansehen, Triagieren und Projekte anlegen.
Laufen tut das Ganze auf der ganzen Modellfamilie, Claude Mythos eingeschlossen, ohne Zugang zum Cyber Verification Program.
Der Fund, der zugeht, ist die eigentliche Neuigkeit
Von den drei Änderungen klingt das Markieren von Fixes am kleinsten und ist die wichtigste. Wer schon mit Scannern gearbeitet hat, kennt die Liste, die nur wächst, weil niemand sie zurückmeldet – nach einem halben Jahr liest sie keiner mehr, und darin liegt dann der Fund, der zählt. Dass Claude Security den Abschluss selbst feststellt und bei Rückfall neu öffnet, macht aus dem Fundberg eine Arbeitsliste. Bank of America hat 1.000 externe Kräfte auf genau so einen Berg gesetzt.