Bank-of-America-Chef Brian Moynihan hat CNBC am Mittwoch erzählt, wie seine Bank auf Claude Mythos reagiert hat: mit 1.000 externen Beratern, die seit dem zweiten Quartal zusätzlich zu 3.000 eigenen Leuten Software patchen. Anlass war, dass die Frontier-Modelle in eigenem und zugekauftem Code Schwachstellen sichtbar machen, die teils Jahrzehnte alt sind.
„Dieses Risiko ist ein echtes Risiko, und deshalb haben sich, als die Frontier-Modelle kamen, viele von uns hingesetzt und gefragt: Wie kommen wir da schnell durch?“, sagte Moynihan im Interview nach den Quartalszahlen.
Was es gekostet hat
Ein paar hundert Millionen Dollar – diese Summe nannte Moynihan vor Analysten für die Software-Sanierung zusammen mit regulatorischen Auflagen zur Geldwäschebekämpfung im dritten Quartal. Die Aktie gab am selben Tag zeitweise acht Prozent nach.
Nach oben begrenzt sieht er die Sache trotzdem: „Wenn man einmal gepatcht hat, muss man nicht mehr so viel patchen. Die Pipeline arbeitet sich durch.“ Die Sanierungskosten sollen über die Zeit sinken.
Das sind laut CNBC mit die ersten konkreten Angaben eines großen US-Konzerns dazu, wie viele Leute und wie viel Geld die Absicherung gegen Mythos kostet. Das Modell ging im April an einen kleinen Kreis aus Banken, Technologieunternehmen und Behörden.
Die andere Seite der Bilanz
Bei derselben Bank laufen rund 130 interne KI-Projekte. Die Einsparungen daraus sollen von 300 Millionen Dollar in diesem Jahr auf 700 Millionen im Jahr 2027 steigen. Die Belegschaft ist im vergangenen Jahr um etwa 3.400 Stellen geschrumpft, rund fünf Prozent der Führungskräfte fielen weg; wie viel davon auf KI zurückgeht, ist offen.
Einen Satz hat Moynihan mitgeliefert, den man zweimal lesen sollte: „Wir müssen ihnen voraus bleiben, und wir müssen im Kopf behalten, dass die Leute, die die Software entwickeln, dieselben sind, die sie uns verkaufen wollen.“
Dieselbe Fähigkeit, zweimal auf der Rechnung
Was Anthropic als Sicherheitsfähigkeit verkauft, taucht bei einem Kunden als Kostenstelle auf – und zwar bevor er das Modell selbst einsetzt. Mythos findet Lücken in Code, der jahrzehntelang unauffällig lief, und erzeugt damit Arbeit, die vorher niemand eingeplant hatte.
Für den Rest des Marktes ist das die interessante Zahl: Nicht, was Mythos-Zugang kostet, sondern was es kostet, auf ein Modell zu reagieren, das man gar nicht lizenziert hat. Bank of America hat 1.000 Leute dafür angestellt. Wer kleiner ist, hat diese Option nicht.