Seit dem 14. Oktober kannst du OpenTelemetry-Traces aus Claude Managed Agents, der Messages API und den Claude SDKs an jedes OTel-Werkzeug schicken. Die Funktion läuft in einer öffentlichen Beta. Wer Traces aus Claude Code oder Cowork schon in sein Observability-Werkzeug schiebt, sieht die selbst gebauten Agenten jetzt an derselben Stelle.
Was in den Traces steht
Du legst im Claude Console ein Ziel an, danach kommt jeder Agenten-Zug, jeder Modellaufruf und jede Tool-Nutzung als Standard-Trace an – mit Latenz, Tokenzahlen und IDs. Die Managed Agents und die Messages API brauchen dieses Ziel; die SDKs exportieren von sich aus. Die SDKs sprechen dabei Python, TypeScript, C#, Go, Java, PHP und Ruby.
Warum die Semantik wichtiger ist als der Export
Die Traces folgen den GenAI Semantic Conventions von OpenTelemetry. Das klingt nach Kleingedrucktem, entscheidet aber, ob die Daten brauchbar sind: Nur so liegen Claude und andere Anbieter im selben Dashboard, mit denselben Feldnamen. In Claude Code 2.1.300 sind dieselben Attribute an die Trace-Spans gekommen, also passt beides zusammen.
Namentlich genannt sind Grafana Cloud, Honeycomb, Sentry und Splunk fürs Debuggen neben Logs und Metriken, dazu Arize AI, Braintrust, Datadog, Langfuse, LangSmith, New Relic und PostHog, um aus echten Traces Evaluationen zu machen. Databricks Unity Gateway ist für Plattform- und Sicherheitsteams gedacht, die Tokenverbrauch nach Team sehen wollen. Jeder andere OTLP-Endpunkt geht auch.
Was die Kunden daraus gebaut haben
Ramp betreibt mit „Reflect“ ein agentisches System, das die eigenen Langfuse-Traces bewertet, wiederkehrende Fehler findet und Korrekturen vorschlägt. Bei einigen Agenten sind so 10 bis 20 Prozent Tokens eingespart und die Sitzungen 30 Prozent schneller geworden. Bei einem Finanzkunden sitzt jeder Modellaufruf im selben Trace wie die Buchung, in der er lief – und wenn ein Prüfer fragt, was der Agent getan hat, gibt es eine Zeitachse statt einer Erzählung.
Beobachten kommt vor Rechten
Der interessante Satz in der Ankündigung steht ganz oben und ist eigentlich eine Betriebsregel: Einem Agenten mehr Zugriff zu geben, beginnt damit, seine Modellaufrufe, Tool-Nutzungen und MCP-Aufrufe zu verfolgen. Erst die Traces ansehen, dann die Rechte erweitern. Das ist die Reihenfolge, die in der Praxis fast immer umgekehrt läuft, und sie ist jetzt wenigstens technisch möglich, ohne eigene Instrumentierung zu schreiben.