Anthropic hat 20 Stiftungen, Institute und Forschungsgruppen genannt, mit denen es sein Programm AI for Science ausweitet. Das Programm gibt Claude-Credits an Forschung mit großer Hebelwirkung, läuft seit Mai 2025 und hat bisher vor allem einzelne Wissenschaftler unterstützt. Dazu kam zuletzt der verbilligte Team-Plan für die Wissenschaft.
Wer die Credits weitergibt
Sechs Geldgeber und Fachgesellschaften verteilen Credits an eigene Antragsteller: die Alfred P. Sloan Foundation, die Simons Foundation, Schmidt Sciences, der Open Source for Science Fund von Renaissance Philanthropy, die US-amerikanische National Science Foundation und CAS, die Chemie-Abteilung der American Chemical Society. Die NSF ist dabei der größte Brocken – eine Bundesbehörde mit 9 Milliarden Dollar Budget, die rund ein Viertel der staatlich getragenen Grundlagenforschung an US-Hochschulen finanziert.
Wer selbst damit arbeitet
Auf der institutionellen Seite stehen Häuser, die man an ihren Datensätzen und Instrumenten erkennt. Das Space Telescope Science Institute führt den Wissenschaftsbetrieb von Hubble, James Webb und Roman und hält eines der größten Astronomie-Archive überhaupt. Das Wellcome Sanger Institute erzeugt Genomdaten im großen Stil, von Humangenetik bis Biodiversität. Dazu kommen das Francis Crick Institute in London mit über 100 Forschungsgruppen und die Life Sciences am Imperial College London.
Zwei Kooperationen laufen schon länger und zeigen, worauf das hinausläuft. Mit dem HHMI Janelia Research Campus entwickelt Anthropic den Model Hardware Standard, eine gemeinsame Spezifikation, über die KI-Agenten Laborgeräte sicher ansteuern sollen; sie steht in der Research Preview. Und das Allen Institute baut Teams von Agenten, die die eigenen offenen Datensätze auswerten – Analysen, die vorher Monate gebraucht haben, in Stunden.
Die öffentlichen Güter sind der Teil, der bleibt
Credits sind erst einmal Rabatt, und Rabatt ist Vertrieb. Was diese Ankündigung über eine Spendenmeldung hinaushebt, steht in einem Nebensatz: Viele der Projekte sollen offene Datensätze, Open-Source-Software, offene Standards und geteilte Bibliotheken hervorbringen.
Das ist der Unterschied zwischen einem Gutschein und Infrastruktur. Ein Standard wie MHS funktioniert nur, wenn ihn mehr als ein Labor benutzt, und ein offenes Archiv überlebt jedes Credit-Guthaben. Anthropic hat in dieser Woche schon den ersten Fortschrittsbericht aus sechs Arzneimittel-Partnerschaften vorgelegt. Beides gehört zusammen: Hier wird nicht Rechenzeit verschenkt, hier wird eine Position in der Wissenschaft aufgebaut.