OpenAI hat am 5. November GPT-6 Cyber vorgestellt, ein Modell für Sicherheitsforschung. Es soll ausnutzbare Lücken finden und belegen und dabei innerhalb des Rahmens bleiben, den die Forschenden gesetzt haben. Der zweite Teil ist der eigentliche Anspruch.
Die harte Zahl steht im Abschnitt zu den Fähigkeiten: OpenAI stuft das Modell in der Kategorie Cybersecurity nach dem eigenen Preparedness Framework als „Critical“ ein. GPT-5.6 Cyber stand dort auf „High“.
Die Benchmarks
Auf ExploitGym, das prüft, ob ein Modell eine benannte Lücke in einem entfernten Ziel ausnutzen kann, kommt GPT-6 Cyber auf 48,5 Prozent gegen 32,1 Prozent bei GPT-5.6 Cyber, gut 16 Prozentpunkte. OpenAI weist das als 51 Prozent relative Verbesserung aus. In einer neuen Prüfung für offensive Web-Penetrationstests, bei der die Modelle Anwendungen ohne Quelltext abklopfen, findet GPT-6 Cyber 40,3 Prozent der Lücken, GPT-6 Astra 32,0.
Interessanter ist RemoteExploitBench, ebenfalls neu: bekannte Lücken in GitLab, PostgreSQL und Jenkins, aufgesetzt in einer kontrollierten Umgebung. GPT-6 Astra mit Daybreak Blue hat alle Aufgaben verweigert. GPT-6 Cyber hat 95 Prozent gelöst; der eine Fehlschlag war ein Exploit, der sich aus der Ferne nicht zum Laufen bringen ließ.
Zur Einhaltung des Rahmens nennt OpenAI eine getrennte Prüfung: ohne den Deployment-Prompt hat das Modell in 99,93 Prozent der Tests Dienste außerhalb des Auftrags nicht angegriffen, mit Prompt in 100 Prozent.
Was damit schon gefunden wurde
Die 948 Rechteerweiterungs-Exploits in Linux standen gestern schon hier. Neu ist die zweite Zahl: 81 bislang unbekannte Lücken hoher Schwere in Firefox, und zwar in einem Codebestand, der zuvor ausgiebig mit Frontier-Modellen abgesucht wurde. Das Modell hat auch Patch-Vorschläge entwickelt, und Mozilla hat für viele dieser Firefox-Lücken schon Korrekturen ausgeliefert. Die Sicherheitsteams von Cisco, Calif und CodeRabbit arbeiten laut OpenAI damit.
Drei Stufen, und nur die oberste kriegt das Modell
Der Zugang läuft über das Daybreak-Programm, gestaffelt. Die normalen Modelle wie GPT-6 Astra decken Code-Review, Triage und Patches ab. Daybreak Blue hilft geprüften Verteidigern, Lücken und Korrekturen zu bestätigen, mit weniger unnötigen Verweigerungen. Daybreak Red erlaubt die Entwicklung von Exploits und autorisierte Tests, und nur dort läuft GPT-6 Cyber – zunächst für eine begrenzte Zahl von Kunden.
Die Einstufung ist die Nachricht, nicht der Benchmark
Ein Haus, das sein eigenes Modell in der höchsten Risikostufe des eigenen Rahmens einordnet, sagt damit zwei Dinge gleichzeitig: dass die Fähigkeit da ist, und dass sie nur über eine Zugangskontrolle herausgeht. OpenAI schreibt dazu, das Zeitfenster, in dem Frontier-Modelle Software absichern können, sei begrenzt. Ob eine Staffelung in drei Stufen reicht, fragt TechCrunch am selben Tag in der Überschrift – und beantwortet es nicht. Die 81 Firefox-Lücken sind der erste Hinweis darauf, auf welcher Seite die Rechnung aufgeht.