OpenAI hat am Freitag ein Feature gestartet, das die Geister scheidet: ChatGPT kann jetzt auf deine Bankkonten zugreifen. Über eine Partnerschaft mit Plaid können Pro-Nutzer in den USA ihre Konten bei über 12.000 Finanzinstituten verbinden — von Chase über Fidelity bis Robinhood.
So funktioniert es
Nach dem Verbinden siehst du ein Dashboard mit Portfolio-Performance, Ausgaben, Abonnements und anstehenden Zahlungen. Du kannst Fragen stellen wie ‘Habe ich in letzter Zeit mehr ausgegeben?’ oder ‘Hilf mir, einen Plan zu machen, damit ich in fünf Jahren ein Haus kaufen kann.’
Der Zugang ist read-only — ChatGPT kann Kontostände, Transaktionen, Investments und Verbindlichkeiten sehen, aber keine vollständigen Kontonummern und keine Überweisungen auslösen. Aktiviert wird das Ganze über ‘Finances’ in der Seitenleiste oder per ‘@Finances, connect my accounts’ im Chat.
Erst Pro, dann alle
Aktuell ist das Feature nur für ChatGPT Pro (100 Dollar/Monat) auf Web und iOS verfügbar. OpenAI will erst Feedback sammeln, bevor es für Plus-Nutzer freigeschaltet wird. Intuit-Integration soll bald folgen — dann wären auch Steueranalysen möglich.
Die Reaktion
Die Kommentare im Netz sprechen Bände. Viele fragen sich, wer bei OpenAIs Datenschutz-Track-Record freiwillig seine Bankdaten übergibt. Andere sehen es pragmatisch: 200 Millionen Nutzer stellen ChatGPT schon heute Finanzfragen — da ist der Schritt zur echten Kontoverbindung nicht mehr so weit.
Meine Einordnung
Das ist ein mutiger Schritt von OpenAI, aber auch einer mit Risiko. Die Finanzbranche ist extrem reguliert, und OpenAI hat nicht gerade den Ruf, bei Datenschutz die Messlatte besonders hoch zu legen. Plaid als Vermittler ist zwar ein bewährter Standard — aber das ändert nichts daran, dass deine Finanzdaten jetzt bei einem KI-Unternehmen landen.
Für Power-User mit Finanzwissen kann das durchaus nützlich sein. Für alle anderen ist es der Punkt, an dem man kurz innehalten und sich fragen sollte: Vertraue ich diesem Unternehmen wirklich mit meinen Kontodaten?
Quellen: TechCrunch · OpenAI Blog · SiliconANGLE