Es ist offiziell: ChatGPT hat jetzt eine Werbeplattform für alle.
OpenAI hat am Montag den ChatGPT Ads Manager als Beta für US-Unternehmen geöffnet. Bisher brauchte man mindestens 50.000 Dollar Budget und einen direkten Kontakt zu OpenAI, um Anzeigen in ChatGPT zu schalten. Das ist jetzt vorbei. Jedes Unternehmen kann sich registrieren, Kampagnen erstellen und Budgets setzen — direkt im Self-Serve-Portal.
Was sich geaendert hat
Drei wesentliche Neuerungen: Erstens fällt das Mindestbudget von 50.000 Dollar weg. Zweitens können Werbetreibende jetzt auf Cost-per-Click (CPC) bieten statt nur auf Impressionen. Und drittens gibt es erweiterte Mess-Tools, die zeigen, wie Kampagnen performen.
Die Anzeigen erscheinen am Ende von ChatGPT-Antworten, wenn es ein relevantes Produkt oder eine Dienstleistung gibt. Sie sind klar als ‘Sponsored’ gekennzeichnet. OpenAI betont, dass Gesprächsinhalte privat bleiben und nicht an Werbetreibende weitergegeben werden.
Das groessere Bild
OpenAI will dieses Jahr 2,5 Milliarden Dollar mit Werbung verdienen. Bis 2030 sollen es 100 Milliarden sein. Das sind ambitionierte Zahlen — aber mit 900 Millionen wöchentlich aktiven Nutzern hat ChatGPT die Reichweite dafür.
Die großen Agenturgruppen sind bereits an Bord: Dentsu, Omnicom, Publicis und WPP. Dazu kommen Technologiepartner wie Adobe, Criteo und StackAdapt.
Meine Einordnung
Anthropic hat gerade erst bekräftigt, dass Claude werbefrei bleibt. OpenAI geht den genau entgegengesetzten Weg — und zwar aggressiv. Für Nutzer, die für Pro oder Plus bezahlen, ändert sich erstmal nichts. Aber für die kostenlose Version wird ChatGPT zunehmend zu einer Werbeplattform.
Das ist kein Urteil — es ist eine strategische Entscheidung, die zeigt, wie unterschiedlich die beiden Unternehmen ihre Zukunft finanzieren wollen.
Quellen: