Moonshot AI hat am 23. Oktober Kimi K3.1 Pro vorgestellt, das erste Modell der K3.1-Reihe. Es ist ein nachtrainiertes K3 mit deutlich mehr Compute in der Nachtrainingsphase, 2,8 Billionen Parameter wie zuvor, eine Million Token Kontext. Dazu kommt K3.1 Pro Highspeed, zwei- bis dreimal schneller. Beide laufen ab sofort auf Kimi.ai, Kimi Work, Kimi Code und über die Kimi-API, die vollständigen Gewichte sollen bis zum 4. November folgen.
Platz vier, und wer davor steht
Im Artificial Analysis Intelligence Index landet K3.1 Pro bei 55 Punkten und damit auf Platz vier. Davor liegen nur Claude Opus 5.5 mit 58, Claude Sonnet 5.5 mit 56 und Muse Wonder Full mit 56. Gegenüber K3 sind das elf Punkte mehr, ein ungewöhnlich großer Sprung für ein reines Nachtraining.
Interessanter als der Rang ist, was am 4. November passiert, wenn die Gewichte kommen. Dann wäre K3.1 Pro das am höchsten bewertete offene Modell, und der Abstand zwischen offenen und geschlossenen Modellen schrumpft von zwölf auf drei Punkte.
Die Agenten-Zahlen sind die Nachricht
Die größten Zuwächse stehen bei agentischen Aufgaben. Auf GDPval-AA kommt K3.1 Pro laut Artificial Analysis auf 1.846 Elo, 312 Punkte über K3 und damit knapp hinter Opus 5.5 mit 1.866. Auf Terminal-Bench 4.0 meldet Moonshot 65,7 Prozent gegen 58,2 für GPT-6 Astra und 66,4 für Opus 5.5. K3 schaffte auf demselben Test 13 Prozent.
Beim internen Kimi Code Bench 3.0 Long-horizon steigt der Wert von 55,95 auf 61,2 Prozent. Und die Halluzinationen auf Aussagenebene fallen im hauseigenen Hallu Bench Hard von 23,4 auf 8,3 Prozent. Moonshot nennt das ausdrücklich einen Stresstest und keine allgemeine Fehlerquote. GPT-6 Astra liegt dort bei 5,5 Prozent, der Vorsprung bleibt also.
Die Preise sinken um ein Drittel: zwei Dollar je Million Eingabe-Token, zehn für die Ausgabe, zwanzig Cent für zwischengespeicherte Eingaben. Highspeed kostet das Doppelte.
Ein Detail über Cyberdaten
Nebenbei sagt Moonshot, man habe cyberbezogene Daten aus Trainingsphasen entfernt, um das Missbrauchsrisiko zu senken. Das ist ein bemerkenswerter Satz von einem Anbieter, der die Gewichte anschließend herausgibt. Wer Gewichte veröffentlicht, kann Schutzmechanismen nicht nachträglich anbringen, also bleibt nur, vorher wegzulassen.
Drei Punkte sind weniger, als sie klingen
Der Abstand zu Opus 5.5 ist auf dem Papier klein, und auf Terminal-Bench sind es 0,7 Prozentpunkte. Trotzdem lohnt der Blick auf die Bauart der Zahlen: Ein Teil stammt von Artificial Analysis, ein Teil aus Moonshots eigenen Messungen, und Anbieterzahlen sind selten die ungünstigsten. Was sich schwer wegdiskutieren lässt, ist die Richtung. Der offene Rückstand war im Sommer noch ein Modellzyklus, jetzt sind es Wochen bis zum Gewichts-Download.