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PwC blamiert sich mit KI-Halluzinationen in Studien

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GPTZero hat in vier «Thought-Leadership»-Berichten von PwC Middle East KI-Halluzinationen gefunden — erfundene Quellen, tote Links, eine komplett halluzinierte Studie. PwC ist damit schon der dritte der Big Four, der auffliegt.

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Es gibt eine Ironie, die ich nicht übersehen kann: Ausgerechnet die Beratungen, die Unternehmen den souveränen KI-Einsatz verkaufen, stolpern gerade reihenweise über ihre eigene KI-Nutzung. Diesmal hat es PwC erwischt.

Was GPTZero gefunden hat

Die KI-Erkennungsfirma GPTZero hat vier «Thought-Leadership»-Berichte untersucht, die PwC Middle East in den letzten zwei Jahren veröffentlicht hat — Studien, die eigentlich Beratungsmandate anbahnen sollen. Die Ergebnisse wurden von der Financial Times gegengeprüft.

Bei einem Bericht von 2025 mit dem Titel «Transforming Governance» lag die Wahrscheinlichkeit, dass er vollständig KI-generiert ist, laut GPTZero bei 84 Prozent — und stieg auf 100 Prozent, wenn man das Quellenverzeichnis herausrechnet. Genau dort lag das Problem: Fußnoten verwiesen auf Webseiten, die die behauptete Aussage gar nicht enthielten. Andere Links führten ins Leere. Und eine zitierte wissenschaftliche Arbeit zur Luftqualität in Riad scheint von der KI schlicht komplett erfunden worden zu sein.

Kein Einzelfall bei den Big Four

Das Muster ist nicht neu. Frühere GPTZero-Recherchen hatten bereits EY und KPMG dazu gebracht, Berichte zurückzuziehen. EY nahm im Mai eine Studie zu Bonusprogrammen vom Netz, nachdem sich darin halluzinierte Fußnoten fanden. Zählt man Deloitte dazu, sind damit alle vier großen Beratungshäuser betroffen. Erst KPMG, dann EY — jetzt PwC.

Meine Einordnung

Man kann sich leicht über die Berater lustig machen. Aber die eigentliche Lehre trifft uns alle, die mit KI arbeiten: Das Modell erfindet Quellen so überzeugend, dass sie erst beim Nachklicken auffliegen. Genau da liegt die Gefahr. Ein halluziniertes Zitat sieht aus wie ein echtes — sauberes Format, plausibler Titel, seriöse URL. Nur dass am Ende der URL nichts steht.

Ich halte es deshalb inzwischen für eine harte Regel: Jede Quelle, die eine KI mir liefert, klicke ich an, bevor ich sie weitergebe. Immer. Nicht weil KI unbrauchbar wäre — sie ist großartig für den ersten Entwurf. Sondern weil der letzte Schritt, das Prüfen, nicht delegierbar ist. Wer diesen Schritt spart, landet früher oder später mit dem Namen auf dem Titelblatt einer erfundenen Studie. Und das kostet mehr als die drei Minuten Faktencheck.


Quellen: