Claude Code hat in den letzten Tagen gleich zwei Releases bekommen: 2.1.172 und kurz darauf das Bugfix-Release 2.1.173. Das spannendste Feature steckt im Changelog von 2.1.172 in einer einzigen Zeile – und hat trotzdem das Zeug, ganze Workflows zu verändern.
Verschachtelte Sub-Agents
Sub-Agents können jetzt eigene Sub-Agents starten – bis zu fünf Ebenen tief. Klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber ein echtes Architektur-Update.
Der Hintergrund: Kontext-Management. Wenn ein Agent eine große Aufgabe in Teilaufgaben zerlegt und jede an einen eigenen Sub-Agent delegiert, bleibt der Hauptkontext sauber. Jetzt kann ein Sub-Agent dasselbe noch einmal tun – seine Teilaufgabe weiter aufteilen und an eigene Helfer geben. So lässt sich ein komplexes Projekt in eine Baumstruktur zerlegen, ohne dass ein einzelner Kontext überläuft.
Das ist genau die Art von Feature, die man unterschätzt, bis man sie braucht. Wer schon mal versucht hat, einen großen Refactor mit einem einzigen Agent durchzuziehen, kennt das Problem: irgendwann verliert er den Faden.
Plugin-Suche und Modell-Logik
Daneben gibt es handfeste Verbesserungen im Alltag. Im /plugin-Browser für Marketplaces gibt es jetzt eine Suchleiste – endlich, denn die Plugin-Listen sind in den letzten Monaten ordentlich gewachsen.
Amazon Bedrock liest die AWS-Region jetzt aus der ~/.aws-Konfiguration, wenn AWS_REGION nicht gesetzt ist. Und Claude Code wiederholt einen Turn einmal auf dem Fallback-Modell, wenn die API einen unerwarteten, eigentlich nicht wiederholbaren Fehler zurückgibt. Kleine Dinge, die Reibung rausnehmen.
2.1.173 hinterher
Das Folge-Release 2.1.173 räumt zwei Stolperfallen weg: Fable-5-Modellnamen mit [1m]-Suffix werden jetzt korrekt normalisiert – Fable 5 bringt ohnehin 1M Kontext mit, also ist das Suffix überflüssig. Und unter Windows verschwindet eine falsche Warnung über fehlende Sandbox-Abhängigkeiten.
Meine Einordnung: Verschachtelte Sub-Agents sind das Feature, über das in ein paar Monaten alle reden werden – auch wenn es heute nur eine Changelog-Zeile ist. Agents, die Agents orchestrieren, sind der logische nächste Schritt, wenn man wirklich große Aufgaben automatisieren will. Fünf Ebenen tief klingt nach viel, aber genau hier entscheidet sich, ob aus einem netten Coding-Assistenten ein echtes Werkzeug für komplexe Projekte wird. Ich werde das definitiv ausprobieren.
Quellen: Claude Code Changelog, Releasebot: Claude Code