Es wird ernst: OpenAI hat vertrauliche IPO-Unterlagen bei der US-Boersenaufsicht SEC eingereicht — oder steht unmittelbar davor. Goldman Sachs und Morgan Stanley begleiten den Prozess, und das Ziel ist ein Boersengang im September 2026. Die Bewertung? Ueber eine Billion Dollar.
Was bedeutet ‘vertraulich eingereicht’?
Eine vertrauliche Einreichung (Confidential Filing) bedeutet, dass OpenAI der SEC einen Entwurf seines Boersenprospekts geschickt hat, ohne dass die Oeffentlichkeit sofort Zugang zu den Zahlen bekommt. Das gibt dem Unternehmen Zeit, regulatorisches Feedback einzuarbeiten, bevor der eigentliche S-1-Prospekt veroeffentlicht wird. Spaetestens 15 Tage vor der Roadshow — dem Werben um institutionelle Investoren — muss alles oeffentlich sein.
Die grosse Unbekannte: Wie viel verbrennt OpenAI?
Die spannendste Frage, die der S-1 beantworten muss: Wie viel Geld verbrennt OpenAI? Das Unternehmen ist trotz geschaetzter 6 Milliarden Dollar Quartalsumsatz tief defizitaer. Training, Inference, Rechenzentren, die teuersten KI-Talente der Welt — alles kostet astronomische Summen.
Fuer die gesamte KI-Branche ist das ein Stimmungstest: Wenn oeffentliche Maerkte bereit sind, OpenAIs Cash-Burn zu finanzieren, signalisiert das Toleranz fuer die enormen Kosten des KI-Rennens. Wenn nicht, wird es auch fuer Anthropic und andere schwieriger.
Das Rennen um den ersten KI-IPO
OpenAI ist nicht allein. SpaceX hat ebenfalls einen IPO-Prospekt eingereicht, und Anthropic arbeitet Berichten zufolge an einem eigenen Boersengang noch in diesem Jahr. Auf der Vorhersageplattform Kalshi geben Trader OpenAI eine 83-prozentige Chance, vor Anthropic an die Boerse zu gehen.
Microsoft haelt rund 27 Prozent an OpenAI und wuerde bei einer Billion-Dollar-Bewertung auf einen Anteil von 270 Milliarden Dollar kommen. Auch Sam Altmans persoenliche Verguetung duerfte im Prospekt stehen — eine Frage, die seit Jahren fuer Spekulationen sorgt.
Einordnung
Ein OpenAI-Boersengang waere ein Wendepunkt fuer die KI-Branche. Zum ersten Mal muesste ein Frontier-KI-Unternehmen seine Finanzen komplett offenlegen — inklusive der Frage, ob das Geschaeftsmodell langfristig tragfaehig ist. Fuer uns als Beobachter wird der S-1-Prospekt ein Schaetzkaestchen: Endlich konkrete Zahlen statt Schaetzungen.
Quellen: