Nach Monaten der Spekulation wird es jetzt konkret: OpenAI bereitet sich auf einen Börsengang vor und könnte sein vertrauliches S-1-Filing beim SEC noch diese Woche einreichen. Als Ziel wird ein Listing im Herbst 2026 genannt.
Was wir wissen
OpenAI arbeitet mit Goldman Sachs und Morgan Stanley an dem Filing. Die letzte Finanzierungsrunde im März 2026 bewertete das Unternehmen mit 852 Milliarden Dollar. Für den Börsengang werden Bewertungen zwischen 852 Milliarden und einer Billion Dollar diskutiert.
Warum gerade jetzt?
Zwei Dinge haben den Weg freigemacht:
Erstens hat OpenAI am 18. Mai den Musk-Prozess gewonnen. Eine Jury in Oakland wies sämtliche Klagen von Elon Musk einstimmig ab — er hatte zu lange gewartet, um seine Ansprüche geltend zu machen. Das Urteil beseitigt ein erhebliches juristisches Risiko, das einen Börsengang hätte komplizieren können.
Zweitens zeigt OpenAIs Geschäft Traktion. Die monatliche Run Rate liegt bei über 2 Milliarden Dollar, getrieben vor allem durch Enterprise-Kunden. ChatGPT hat über 500 Millionen aktive Nutzer. Dazu kommen neue Einnahmequellen wie der Ads Manager und ChatGPT for Personal Finance.
Die Herausforderungen
OpenAI hat allerdings auch Probleme, die ein S-1 transparent machen wird. Das Unternehmen hat mehrfach seine Umsatzziele verfehlt, wie im April bekannt wurde. CFO Sarah Friar wollte den Börsengang eigentlich auf 2027 verschieben — CEO Sam Altman drängt auf 2026.
Dazu kommt die Frage der Profitabilität. Während Konkurrent Anthropic gerade seinen ersten Quartalsgewinn vermeldet hat, verbrennt OpenAI weiterhin Milliarden. Die massiven Compute-Kosten für GPT-5.5 und die Infrastruktur-Deals mit Microsoft und Amazon belasten die Bilanz.
Was das bedeutet
Ein OpenAI-IPO wäre der größte Technologie-Börsengang seit Jahren. Für die KI-Branche insgesamt wäre es ein Lackmustest: Sind Investoren bereit, Milliarden-Bewertungen für Unternehmen zu zahlen, die noch keinen Gewinn machen — aber die Zukunft der Technologie definieren wollen?
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob das S-1 tatsächlich kommt. Und was drinsteht.
Quellen: