Wenn der CEO von JPMorgan Chase neben dem CEO von Anthropic auf der Bühne steht, ist das kein Zufall. Es ist ein Statement.
Bei Anthropics ‘Briefing: Financial Services’ in New York hat Dario Amodei zusammen mit Jamie Dimon die nächste Phase von Claude für die Finanzbranche vorgestellt. Das Paket: zehn spezialisierte KI-Agenten, die von Pitch-Decks über Compliance-Reviews bis hin zur Schadensregulierung alles abdecken sollen.
Was die Agenten können
Die zehn neuen Agenten zielen auf unterschiedliche Bereiche: Investment Banking, Versicherungen, Asset Management und FinTech. Konkret können sie Pitch-Decks für Kundenmeetings entwerfen, Finanzberichte analysieren und auffällige Fälle automatisch an die Compliance-Abteilung weiterleiten.
Dazu kommt eine vollständige Integration in Microsoft 365 — Claude arbeitet jetzt direkt in Excel, PowerPoint und Word. Und das Besondere: Der Kontext wandert mit. Ein Finanzmodell, das in Excel begonnen wurde, muss nicht noch mal erklärt werden, wenn du zu PowerPoint wechselst. Outlook-Integration folgt.
Wer schon dabei ist
Die Liste der Kunden liest sich wie ein Who’s Who der Finanzwelt: JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Citi, AIG, Visa. Anthropic hat außerdem eine Datenpartnerschaft mit Moody’s angekündigt, die den Agenten Zugang zu Kreditratings und Wirtschaftsdaten gibt.
Claude Opus 4.7 — das aktuellste Modell — führt laut Anthropic die Benchmarks für Finanzanalyse-Aufgaben an.
Warum das wichtig ist
Die Finanzbranche war lange die Domäne von Bloomberg Terminal und proprietären Tools. Dass Anthropic hier jetzt mit vorgefertigten Agenten reingeht — und zwar nicht als Experiment, sondern mit JPMorgan als Referenzkunde — zeigt, wie schnell sich die Branche verändert.
Und Jamie Dimon auf der Bühne? Der Mann gilt nicht gerade als Early Adopter. Wenn er sich öffentlich neben ein KI-Startup stellt, hat das Gewicht.
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