200 Milliarden Dollar. In fünf Jahren. Für Cloud-Kapazität und Chips.
Was The Information am Dienstag berichtet hat, ist nicht einfach nur ein weiterer Cloud-Deal — es ist eine Zahl, die zeigt, in welchen Dimensionen das KI-Geschäft mittlerweile spielt. Anthropic hat sich laut dem Bericht verpflichtet, 200 Milliarden Dollar bei Google Cloud auszugeben. Damit wäre Anthropic für mehr als 40 Prozent des gesamten Auftragsbestands verantwortlich, den Google-Mutter Alphabet erst letzte Woche bei den Quartalszahlen offengelegt hat.
Was steckt dahinter?
Die Vereinbarung baut auf dem Deal auf, den Anthropic erst im April mit Google und dem Chip-Partner Broadcom geschlossen hatte — mehrere Gigawatt an TPU-Kapazität, die ab 2027 online gehen soll. Dazu kommt Alphabets Investition von bis zu 40 Milliarden Dollar in Anthropic selbst, die ebenfalls im April bestätigt wurde.
Die Rechnung ist klar: Anthropic braucht massiv Rechenleistung für Claude, Mythos und was auch immer als Nächstes kommt. Google hat die Chips und die Cloud. Und Google bekommt im Gegenzug einen Kunden, der das Cloud-Geschäft auf Jahre hinaus absichert.
Was das für den Markt bedeutet
Die Alphabet-Aktie stieg nachbörslich um rund 2 Prozent nach dem Bericht. Kein Wunder — 200 Milliarden Dollar Umsatzgarantie sind ein Argument, das auch die skeptischsten Analysten überzeugt.
Für Anthropic ist der Deal ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sichert er die Rechenkapazität, die man für die nächste Generation von Modellen braucht. Andererseits bindet er das Unternehmen noch enger an Google — in einer Zeit, in der man parallel mit Amazon (25 Milliarden Dollar Investment) und CoreWeave zusammenarbeitet.
Meine Einordnung
200 Milliarden Dollar für Cloud und Chips — das ist der Preis, den es kostet, an der Spitze der KI-Entwicklung zu bleiben. Anthropic wettet alles darauf, dass die Nachfrage nach Claude und seinen Nachfolgern schneller wächst als die Kosten. Wenn man sieht, dass das Unternehmen inzwischen bei einer Bewertung von 900 Milliarden Dollar gehandelt wird, scheinen die Investoren das genauso zu sehen.
Quellen: