Die Zahlen sind da, und sie sind beeindruckend: In der größten Copyright-Einigung der US-Geschichte haben Autoren und Rechteinhaber Ansprüche für 91,3 Prozent aller betroffenen Werke eingereicht. 440.490 von 482.460 Werken auf der offiziellen Liste wurden beansprucht. Rund 120.000 Autoren haben sich gemeldet.
Was steckt dahinter?
Der Fall Bartz v. Anthropic geht auf eine Klage zurück, die unter anderem von den Autoren Andrea Bartz, Charles Graeber und Kirk Wallace Johnson eingereicht wurde. Der Vorwurf: Anthropic habe urheberrechtlich geschützte Bücher ohne Erlaubnis zum Training seiner KI-Modelle verwendet. Im September 2025 einigte man sich auf einen Vergleich über 1,5 Milliarden Dollar — ein Betrag, der in der Copyright-Welt seinesgleichen sucht.
Die Frist ist abgelaufen
Die Deadline für Ansprüche lief am 30. März 2026 aus. Dass über 91 Prozent der gelisteten Werke beansprucht wurden, zeigt, wie ernst die Autorenschaft das Thema nimmt. Große Verlage wie Penguin Random House und die University of California Press hatten ihre Autoren aktiv über den Prozess informiert.
Nächster Schritt: Fairness Hearing am 23. April
Am Mittwoch, dem 23. April, entscheidet ein Bundesgericht in Kalifornien, ob der Vergleich final genehmigt wird. Wenn das Gericht zustimmt, beginnt die Auszahlung aus dem 1,5-Milliarden-Dollar-Topf.
Was das für die KI-Branche bedeutet
Dieser Vergleich setzt einen Präzedenzfall. Nicht nur für Anthropic, sondern für die gesamte KI-Branche. Wenn 1,5 Milliarden Dollar für Trainingsdaten fällig werden, wird das Gespräch über die Kosten von KI-Training grundlegend anders geführt. OpenAI, Google und andere beobachten das Verfahren genau — denn ähnliche Klagen laufen auch gegen sie.
Die Frage ist nicht mehr ob KI-Unternehmen für Trainingsdaten zahlen müssen, sondern wie viel.
Quellen: