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US-Aussenministerium warnt weltweit: DeepSeek und Co. klauen amerikanische KI-Modelle

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Ein diplomatisches Kabel ordnet alle US-Botschaften an, vor chinesischer KI-Destillation zu warnen. Im Fokus: DeepSeek, Moonshot AI und MiniMax.

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Das US-Außenministerium hat ein diplomatisches Kabel an alle Botschaften und Konsulate weltweit geschickt. Die Botschaft: China klaut systematisch amerikanische KI-Modelle — und die Welt soll das wissen.

Was passiert ist

Reuters hat Einblick in das Kabel vom 25. April erhalten. Es weist alle diplomatischen Posten an, ihre ausländischen Gesprächspartner über ‘Bedenken hinsichtlich der Extraktion und Destillation amerikanischer KI-Modelle durch Gegner’ zu informieren. Namentlich genannt werden DeepSeek, Moonshot AI und MiniMax — allesamt chinesische KI-Firmen.

Destillation bedeutet: Man trainiert kleinere, billigere Modelle mit den Outputs größerer, teurer Modelle. Das Ergebnis sieht in Benchmarks ähnlich gut aus, repliziert aber nicht die volle Leistung — und strippt laut dem Kabel ‘bewusst Sicherheitsprotokolle und Mechanismen, die sicherstellen, dass KI-Modelle ideologisch neutral und wahrheitssuchend sind.‘

Der Kontext

Die Warnung kommt wenige Wochen vor einem geplanten Besuch von US-Präsident Trump bei Chinas Xi Jinping in Peking — und droht, die erst im Oktober ausgehandelte Entspannung zwischen den Tech-Supermächten wieder zunichtezumachen.

OpenAI hatte US-Gesetzgeber bereits im Februar gewarnt, dass DeepSeek gezielt versuche, die Modelle von ChatGPT und anderen führenden US-Firmen zu replizieren. Das Kabel macht diese Warnung nun zur offiziellen Regierungsposition.

Parallel dazu hat DeepSeek am Freitag eine Vorschau seines neuen V4-Modells veröffentlicht — optimiert für Huawei-Chips. Das unterstreicht Chinas wachsende Autonomie in der KI-Entwicklung, unabhängig von westlicher Hardware.

Was das bedeutet

Die chinesische Botschaft in Washington hat die Vorwürfe zurückgewiesen und auf Chinas ‘großes Engagement für den Schutz geistigen Eigentums’ verwiesen.

Aber der Schritt zeigt: Die KI-Geopolitik verschärft sich. Es geht nicht mehr nur um Chip-Exportbeschränkungen und Handelsschranken. Wenn das Außenministerium weltweit diplomatische Kabel verschickt, ist das eine Eskalation auf einer neuen Ebene.

Für europäische KI-Nutzer und -Entwickler ist die Frage spannend: Wie souverän müssen KI-Systeme sein, wenn selbst zwischen den beiden größten KI-Nationen der Welt offener Technologiediebstahl vorgeworfen wird? Die gerade verkündete Cohere-Aleph-Alpha-Fusion gewinnt in diesem Licht nochmal an Bedeutung.

Quellen: CNBC/Reuters: U.S. State Department orders global warning about alleged China AI thefts