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Schluss mit Tokenmaxxing: Die KI-Branche entdeckt den ROI

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Monatelang haben Unternehmen ihre Entwickler ermutigt, so viel KI wie möglich zu nutzen — ohne Ergebnisse zu messen. Jetzt dreht sich der Wind. Uber führt Spending-Limits ein, Startups wechseln zu billigeren Modellen, und mit den IPOs von OpenAI und Anthropic wird die Frage nach Effizienz plötzlich sehr real.

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Es gibt ein neues Buzzword, und es trifft einen Nerv: Tokenmaxxing.

Gemeint ist die Phase, die wir gerade hinter uns lassen. Unternehmen haben ihre Entwickler regelrecht angestachelt, so viel KI wie möglich zu nutzen. Egal was es kostet, egal ob es was bringt. Hauptsache, die Tokens fließen. Das war die Devise der letzten Monate.

Jetzt kommt der Kater.

Die Party ist vorbei

Uber hat als eines der ersten großen Unternehmen reagiert und führt Spending-Tiers für KI-Tools ein — ab 1.500 Dollar pro Monat und Mitarbeiter. Nicht weil KI schlecht ist. Sondern weil niemand wusste, ob die Ausgaben sich lohnen.

Noch drastischer: Flo Crivello, CEO des Startups Lindy, hat von Claude zu DeepSeek gewechselt. Sein Kommentar? Die Kosten sind eingebrochen. Und die Qualität? Offenbar gut genug.

Die Preisfrage wird zur IPO-Frage

Das Timing ist kein Zufall. Sowohl OpenAI als auch Anthropic haben Anfang Juni vertraulich IPO-Unterlagen eingereicht. Und Investoren schauen genau hin.

Anthropic meldet eine annualisierte Run Rate von 47 Milliarden Dollar — ein gewaltiger Sprung von den rund 10 Milliarden Umsatz in 2025. OpenAI wächst ähnlich schnell. Aber die Frage, die Börsengänger beantworten müssen, ist nicht ‘Wie viel Umsatz macht ihr?’ — sondern ‘Ist euer Umsatz nachhaltig?’.

Und da wird es heikel.

Claude ist fast 9x teurer als DeepSeek

Die Zahlen sind brutal ehrlich. Pro Einheit kostet Claude 4.811 Dollar, ChatGPT 3.357 Dollar — und DeepSeek nur 1.071 Dollar. Claude ist damit fast neunmal teurer als die günstigste chinesische Alternative.

Solange Firmen blind Geld ausgeben, ist das egal. Aber wenn CFOs anfangen, Rechnungen zu lesen — und genau das passiert gerade — dann wird der Preisunterschied zum Problem.

Meine Einschätzung

Der Tokenmaxxing-Trend war vorhersehbar. Jede neue Technologie durchläuft diese Phase: Erst wird alles ausprobiert, dann wird aufgeräumt. Das ist gesund.

Für Anthropic bedeutet das zweierlei. Erstens: Die Qualität muss den Preisaufschlag rechtfertigen. Claude ist teurer, aber für viele Aufgaben auch deutlich besser als die Alternativen. Diesen Vorsprung muss Anthropic halten. Zweitens: Die IPO-Story muss stimmen. 47 Milliarden Run Rate klingt beeindruckend. Aber wenn ein relevanter Teil davon aus unkontrolliertem Tokenmaxxing stammt, wird das an der Börse Fragen aufwerfen.

Die Branche wird erwachsen. Das ist gut so. Aber für die Premium-Anbieter wird es unbequemer.


Quellen: